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Kultur „Der Gangster und die Nervensäge“ im Aegi
Nachrichten Kultur „Der Gangster und die Nervensäge“ im Aegi
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15:17 03.12.2018
Gute Nachbarschaft: Der Gangster (Bürger Lars Dietrich, links) und die Nervensäge (Sebastian Teichner). Quelle: Peter Steffen
Hannover

 Wie soll man hier noch in Ruhe seinem Handwerk nachgehen? Im Nebenzimmer droht der von seiner Frau verlassene Nachbar immer lauter damit, sich aus dem Fenster zu stürzen. Das würde unnötiges Aufsehen verursachen: Seufzend legt der Mann im Hotel sein Präzisionsgewehr zurück unters Bett – der Auftragsmord muss eben warten, bis der Nachbar beruhigt ist.

Das ist im Wesentlichen die Geschichte von Francis Vebers Komödie „Le contract“ von 1973, die bereits mehrfach verfilmt wurde: zunächst mit Lino Ventura und Jacques Brel, später – im letzten Spielfilm von Billy Wilder – mit Jack Lemmon und Walter Matthau. Die bislang jüngste Version kam 2008 in die französischen Kinos.

Der Stoff ist also bewährt, und er bewährt sich auch in einer neuen Bühnenversion, die nun unter dem Titel „Der Gangster und die Nervensäge“ in der Komödie im Aegi zu sehen ist. In der Inszenierung von Christian H. Voss ist der Entertainer Bürger Lars Dietrich ein schön abgeklärter Gangster am Rand des Nervenzusammenbruchs, und Sebastian Teichner tut als sein Nachbar alles, damit man auch im Publikum versteht, warum er im Titel als Nervensäge geführt wird.

Die Bühne zeigt zwei Hotelzimmer, deren Verbindungstür rege geöffnet und geschlossen wird und Mord- und Selbstmordversuche so in schöner Regelmäßigkeit vereitelt. Ein vorlauter Hotelboy (David Imper) und eine Ehefrau nebst Liebhaber bringen von Zeit zu Zeit Abwechslung in das Schema. Schließlich wird auch noch ein Polizist überwältigt in einen Schrank gesteckt, aus dem er gelegentlich herausfällt. Vieles ist vorhersehbar, weshalb sich der Abend etwas zieht. Lustig ist er manchmal trotzdem.

Vorstellungen am Donnerstag, 6. Dezember (20 Uhr), Freitag (20 Uhr) und Sonnabend (16 Uhr und 20 Uhr) im Theater am Aegi.

Von Stefan Arndt

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