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Celle: Schloss wird zum Lernort für Demokratie

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17:04 21.06.2019
„Beitrag gegen Demokratieverdrossenheit“: Museumsleiterin Juliane Schmieglitz-Otten zeigt, wo die Ausstellung im Celler Schloss entstehen soll. Quelle: Simon Benne
Celle

Kabel schlängeln sich über den Fußboden, nackte Fachwerkbalken stehen im kahlen Raum: Die dritte Etage des schmucken Celler Schlosses wird derzeit im großen Stil umgebaut. Im Herbst 2020 soll hier auf rund 400 Quadratmetern die Dauerausstellung „Herrschaft und Landschaft“ eröffnen, die insbesondere Schulklassen aus ganz Niedersachsen ansprechen soll. „Wir wollen hier einen Beitrag gegen Demokratieverdrossenheit leisten“, sagt Juliane Schmieglitz-Otten, die Leiterin des Residenzmuseums, das im Schloss untergebracht ist.

So wird die neue Ausstellung in Celle

Das Schloss, bis zum Tod des letzten Celler Herzogs Georg Wilhelm im Jahr 1705 Residenz der Welfen, zeigt mit seinen barocken Paradegemächern bislang vor allem die glamouröse Welt der Herrschenden. „Ergänzend kommt jetzt ein Blickwechsel dazu“, sagt Schmieglitz-Otten. Denn die Herzöge waren keineswegs allmächtig. Sie waren in ein Geflecht von Machtstrukturen eingebunden.

Schüler lernen Partizipation

Die sogenannten Landstände - die Vertretung von Klöstern, ritterschaftlichem Adel und Städten – redeten vor allem in Finanzfragen ein gehöriges Wörtchen mit. „Der Herzog musste bei den Ständen eine Art Dienstreiseantrag stellen, wenn er zum Karneval nach Venedig fahren wollte“, sagt die Celler Stadträtin Susanne McDowell.

Mit etwas gutem Willen lässt sich ein weiter Bogen von den Landständen zum heutigen Parlamentarismus und zu moderner Rechtsstaatlichkeit schlagen. „Unsere Demokratie wurde über Jahrhunderte errungen“, sagt Schmieglitz-Otten. Die Ausstellung soll jungen Besuchern zeigen, wie Bürger sich von Mittelalter bis an die Schwelle zur Gegenwart politisch einbringen konnten. „Hier soll ein neuer, innovativer Lernort entstehen“, sagt Kathrin Höltge vom Kulturministerium.

Im Dachgeschoss des Schlosses, wo einst militärhistorische Preziosen ausgestellt waren, soll es dann neben Silberschätzen, einer alten Geldtruhe und historischen Landkarten vor allem interaktive Multimediastationen und ein Forum für Vorträge und Diskussionen geben. Ausgehend von der Geschichte der Landstände können Schüler hier erkunden, wie sich bürgerschaftliche Teilhabe und politische Partizipation entwickelt haben.

Bis heute gibt es in Niedersachsen – bundesweit einmalig – sechs Historische Landschaften, die das Erbe der alten Stände angetreten haben. Als Körperschaften öffentlichen Rechts sind sie Träger der Landschaftlichen Brandkasse und agieren als Kulturförderer. Die Landschaft des vormaligen Fürstentums Lüneburg unterstützt die Einrichtung der Ausstellung ebenso wie die Stiftung Niedersachsen und VGH- sowie Sparkassenstiftung. Rund 600.000 Euro soll die Schau kosten. Neben dem Geldbedarf der barocken Fürsten nimmt sich diese Summe vergleichsweise bescheiden aus.

Von Simon Benne

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