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Kultur Ausrasten: Kaya Yanar mit neuem Programm in Hannover
Nachrichten Kultur Ausrasten: Kaya Yanar mit neuem Programm in Hannover
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10:08 29.10.2018
Ausrasten: Kaya Yanar in der Swiss Life Hall.
Ausrasten: Kaya Yanar in der Swiss Life Hall. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

„Ausrasten! Für Anfänger“ heißt das aktuelle Programm von Kaya Yanar. Passend dazu zeigt das Bühnenbild in der Swiss Life Hall das Konterfeit des unbändigen Superhelden Hulk –auf den das Gesicht des Comedians montiert ist. Die Ansage ist klar: Sieht die Comicfigur rot, entwickelt sie unbändige Kraft und macht keinen Unterschied mehr zwischen Freund und Feind. Yanar scheint seine Wutanfälle ähnlich eruptiv zu sehen und füllt zwei Stunden Programm mit damit.

Mit seinem Programm „Ausrasten! Für Anfänger!“ war Kaya Yanar am Sonntag in der Swiss Life Hall. Zusammen mit dem Publikum regte sich der Comedian über Alltagssituationen auf.

Den Nährboden für seine Ausraster findet der 45-Jährige in Alltagssituationen, die ihn auf die Palme bringen: Fußgänger, die den Blick nicht von ihrem Smartphone lassen können, und gedankenverloren die Straßenseite wechseln. „Ich habe ihm sein Leben gerettet“, schnaubt Yanar, als er erzählt, dass nur eine Vollbremsung die Kollision zwischen dem Fußgänger und seinem Auto verhindern konnte. Und überhaupt: Auto fahren –auch so ein Aufregerthema: „Kann es sein, dass ich der einzige Mensch bin, der auf der Autobahn noch den rechten Fahrstreifen benutzt?“, fragt er in die Runde und erklärt Tempo-Limit, Beschleunigungsstreifen und korrekte Überholmanöver. Dafür gibt es Applaus, denn Yanars Anekdoten kennt jeder – sie sind wie ein kollektives Aufregungsgedächnis.

Über einige inhaltliche Zwischenschritte kommt der Comedian dann auch auf gesellschaftspolitische Themen: Nach der Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Freiburger Disco Mitte Oktober, sinniert Yanar: „Einem bewaffneten Täter nimmt man seine Waffe weg und sperrt ihn ein. Warum wird einem Sexualstraftäter nicht auch seine Waffe abgenommen?“ Knapp unter der Gürtellinie deutet er mit einer Geste an, was mit Waffe gemeint ist.

Die Schlange vor dem Klo

Im zweiten Teil darf auch das Publikum ran: Auf seiner Facebook-Seite sollten die Gäste schreiben, was sie so richtig aufregt. Demnach ist der letzte emotionale Ausbruch der Kommentierenden gerade ein paar Minuten her: Schlange stehen vor der Halle (zu kalt), Schlange stehen vor dem Klo (zu schmutzig), die Anfahrt im Auto (alle anderen fahren rücksichtslos). Yanar liest die Kommentare auf seinem Smartphone vor und kommentiert die meisten zustimmend. Denn er weiß, was sein Publikum aufregt.

Von Manuel Behrens

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