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09:13 11.02.2019
Das Glenn-Miller.Orchestra spielt "Jukebox Saturday Night" im Theater am Aegi Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Ein Konzert mit dem Glenn-Miller-Orchestra ist wie der Besuch von alten Freunden. Man hat sich einer Weile nicht gesehen, aber man weiß: Es wird ein schöner Abend. Mit vertrauten Gesichtern, schönen Geschichten von damals und den gleichen Abläufen. Und das von der ersten Sekunde an. „Moonlight Serenade“ säuselt leise aus den Lautsprechern. Dann erscheinen die Musiker auf der Bühne des Theater am Aegi, auf der sie seit vielen Jahren Stammgast sind. Sie machen es sich hinter ihren schicken Notenpulten bequem. Und spielen - während die Musik aus der Konserve ausklingt - den Evergreen nun live und in seiner ganzen musikalischen Blüte. Ein Hoch auf Glenn Miller und seine Musik, dessen Vermächtnis der Pianist Wil Salden mit seinem Orchester am Leben hält.

Schön vertraute Witze

Der erste Witz des Abends dürfte regelmäßigen Besuchern der Glenn-Miller-Memorial-Konzerte bekannt vorkommen. Ob das Glenn Miller Orchestra nur Glenn-Miller-Stücke spielen würde, werde Salden immer gefragt. Wäre dem so, wäre das Orchester bereits im Bus und auf dem Weg nach Hause, scherzt er. Denn Miller hat nur einen seiner Hits selber komponiert, nämlich „Moonlight Serenade“. Diese Tatsache läßt Salden als Vorsteher des Glenn Miller Orchestras, offiziell abgesegnet von der Glenn Miller Productions Inc. in New York, in Sachen Songauswahl einiges an Freiheiten.

Platz für andere Musik

Der niederländische Lizenznehmer, Pianist, Moderator, Sänger und Orchester-Leiter Wil Salden darf und will mehr. „Jukebox Saturday Night" , benannt nach einem von Miller gespielten Titel, lautet das Tourmotto. Und folgerichtig ist neben dem Evergreen des 1944 bei einem Flugzeugabsturz um’s Leben gekommenen Miller auch Platz für Musik anderer Größen der Swing-Ära, die einst in einer Jukebox der Zeit ihren Stammplatz hatten; Cole Porter’s „Too Dran Hot“ (bekannt gemacht durch Ella Fitzgerald) etwa oder die Jazz-Ballade „Body And Soul“ (mit dem Saxofonisten Peter Pauker in der Hauptrolle), die natürlich im Glenn-Miller-Sound umarrangiert erklingt. Auch für die Musik von Hoagy Carmichael, George und Ira Gershwin, Anita O’Day, Count Basie oder Tommy Dorsey ist hier Platz. Es ist die Musik, die Salden liebt. Und die er bis in die Fingerspitzen lebt. Er rudert gestikulierend mit den Armen. Seine Stimme bekommt einen ganz besonderen Glanz, wenn er Songtitel und deren Entstehungsgeschichte mit betont lang gestrecktem, amerikanischem Akzent erwähnt. Kein Schlussakkord, den er nicht mit dramatischer Geste kommentiert.

Werktreue als erstes Gebot

Werktreue ist dabei oberstes Gebot: Von den tadellos sitzenden Smokings und Notenpulten der authentisch spielenden Bigband über die Mikrophone im Dreißiger-Jahre-Design hin zu den Miller-typisch um eine halbe Oktave erhöhten Arrangements der Saxophongruppe. Die Zielgruppe ab 60 hört, was sie hören will: Swing-Ohrwürmer im doppelten Dutzend wie „A Cabana In Havana“, „Stardust“, „'s Wonderful“ oder „ Midnight In Moscow “. Gesangsnummern mit Gesangssolistin Eva Buchmann oder mit Vokalquintett, den Moonlight Serenaders, wechseln sich mit Instrumentals, Balladen mit Up-Tempo-Nummern. So ist’s ein schöner Abend unter Freunden. Mit der Erkenntnis: am schönsten sind doch die alten Songs und Geschichten. Vor allem, wenn sie so lebendig erzählt werden wie von Wil Salden und seinem Orchestra.

Von Bernd Schwope

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