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Kultur Das Kestner-Museum präsentiert seine Pläne für 2019
Nachrichten Kultur Das Kestner-Museum präsentiert seine Pläne für 2019
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01:15 20.01.2019
Dem Bauhaus aufs Dach gestiegen – die Bühnenwerkstatt präsentiert sich 1927 rund um Oskar Schlemmer (Mitte). Quelle: Foto: Erich Consemüller, Stiftung Bauhaus Dessau
Hannover

Royale Macht und barocke Pracht, Bühnenauftritte der Zwanzigerjahre und der Kunstraub der Nazizeit, Produktdesign von heute und viele Begleitveranstaltungen – das ist das Programm des Museums August Kestner im neuen Jahr. Darunter findet sich allerdings nur eine einzige neue Ausstellung:

„Ausdruckstanz und Bauhausbühne“ heißt diese Sonderschau zum hundertjährigen Jubiläum des Bauhauses. Kurator Hubertus Adam zeigt darin zum einen die Bühnenaktivitäten des für sein „Triadisches Ballett“ bekannten Bauhauslehrers Oskar Schlemmer, Fotografien und Dokumente des Bauhauses in Dessau sowie Tanzfiguren aus der Museumssammlung. Zum anderen präsentiert er Traditionen des Ausdruckstanzes, zu dem die in Hannover geborene Mary Wigman mit ihrer Tanzschule in Dresden entscheidend beigetragen hat. Zu ihren Schülern zählten Harald Kreutzberg und Yvonne Georgi, die beide auch in Hannover tätig waren, sowie Gret Palucca, die gemeinsam mit Kurt Schwitters im Bauhaus aufgetreten ist – eine weitere Verbindung zwischen Dessau und Hannover. Auch davon präsentiert die Ausstellung Dokumente, Bilder und Texte. Außerdem soll es eine interaktive Bühne für Besucher sowie Auftritte der Dance Company des Theaters Osnabrück geben, die Rekonstruktionen der Wigman-Tänze erarbeitet hat. (23. Mai bis 29. September)

„Das ist eben der Reiz dieses Hauses“, sagt Thomas Schwark. „Es hat Weltkulturgeschichte aus 6000 Jahren zu bieten, aber auch lokale Stärken – und vermag beides zusammenzuführen.“ Mit solchen Worten betreibt der Museumsdirektor eine geradezu tapfere Vorwärtsverteidigung. Doch sie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Haus in diesem Jahr wenig Neues zu bieten hat. Denn alle sonst noch laufenden Ausstellungen wurden schon 2018 eröffnet.

Die „Prachtstücke“-Schau über Kunst und Kultur der Barockzeit läuft seit 8. November und noch bis 7. April. Die 2015 gestartete Reihe der Münzpräsentationen unter dem Titel „Von Krösus bis Karl“, die jetzt tatsächlich bei Karl dem Großen angekommen ist, wird noch bis 28. April gezeigt. Und die kleine Präsentation von Produktdesign, die Oberstufenschüler aufs Kunstabitur vorbereiten soll, ist gleichfalls schon im November gestartet.

Üppiges Begleitprogramm

Immerhin, zur erst im Dezember gestarteten Ausstellung „Spuren der NS-Verfolgung. Herkunft und Verbleib von Kulturgütern in den Sammlungen der Stadt Hannover“, die noch bis 16. Juni Sammlungsstücken unter Raubkunstverdacht zeigt, beginnen jetzt die Begleitveranstaltungen. Darunter ist eine sechsteilige Vortragsreihe, startend mit einem Auftritt des Provenienzforschers und Ausstellungskurators Johannes Schwartz am 23. Januar um 18.30 Uhr. Er führt außerdem am 18. März in den Film „The Monuments Men“ ein, mit dem im Künstlerhaus ein begleitendes Filmprogramm startet. Am 28. März wird es ein Podiumsgespräch mit Enkeln des Widerstandskämpfers Franz Nause, der Brandenburger Gedenkstättenleiterin Sylvia de Pasquale und Museumschef Schwark geben. Und im Juni wird „Das Tagebuch der Anne Frank“ in einer Opernversion von Grigori Frid aufgeführt.

Die Möglichkeiten des Kestner-Museums, in dem seit Monaten Baugerüste die abgehängte Decke sichern und so den Ausstellungsraum weiter einengen, sind in diesem Jahr eben auch zeitlich eng begrenzt: Ende September soll es eine Kunsthandwerksschau gebe, dann schließt das Haus für den Rest des Jahres, um die nötige Brandschutzsanierung sowie Sondierungsarbeiten für die „Weiterentwicklung“ des Museums vorzunehmen, wie Schwark sagt. „Dabei geht es darum, das Museum klimatechnisch auf einen neuen Stand zu bringen“, erläutert der Museumschef. Die dafür nötigen Arbeiten sollen erst später folgen und werden nach seinen Worten noch längere Schließzeiten erfordern.

Glanz nach außen

Dabei vermag Hannovers traditionsreichstes Museum auch nach außen zu glänzen – durch seine Exponate ebenso wie mit seinen Ausstellungen: Aus dem Getty-Museum in Los Angeles ist soeben eine römisches Terrakotta-Relief in die Sammlung des Hauses zurückgekehrt, Antikenkurator Christian Loeben hat den Katalogtext für die Ausstellung „Beyond the Nile. Egypt and the Classical World“ an der US-Westküste geschrieben. Und das Ausstellungsdesign der im vergangenen Jahr gezeigten Freimaurer-Schau „O Isis und Osiris“ ist vom German Design Award gewürdigt worden – eine Feier dieses Erfolges findet am 10. Februar um 18 Uhr im Museum statt. Man kann dem Haus nur mehr derart feierliche Anlässe wünschen.

Von Daniel Alexander Schacht

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