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Kultur Das plant der Pavillon 2019
Nachrichten Kultur Das plant der Pavillon 2019
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16:45 28.12.2018
Bereit für junges Publikum: Sören Nyhuis (links), Penelope Gayer und Melissa Kespohl vom Pavillon.
Bereit für junges Publikum: Sören Nyhuis (links), Penelope Gayer und Melissa Kespohl vom Pavillon. Quelle: Stefan Arndt
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Hannover

Der Generationswechsel im Pavillon geht weiter: Langjährige Programmplaner wie Gerd Kespohl (Musik) und Fettah Diouri (Theater) gehen in den Ruhestand und machen den Weg frei für Jüngere. Mit dem neuen Team will man verstärkt ein junges Publikum in den Pavillon locken, ohne das alte zu verschrecken. Erstmals hat jetzt Penelope Gayer, am Raschplatz jetzt zuständig für Kabarett, Comedy und Lesungen, das Pavillon-Programm für das erste Halbjahr 2019 präsentiert.

Ihre neue Handschrift ist etwa am Auftritt der 24-jährigen Tahnee zu erkennen, die in ihrem ersten Comedy-Soloprogramm am 3. Februar von Lesben, Lügen und der Liebe erzählt und dabei sogar, wie Gayer betont, „ein wenig politisch“ sei. Auch das Duo „Worst of Chefkoch“ steht für einen neuen Stil: Im Internet ist der gleichnamige Blog sehr erfolgreich, in dem Lukas Diestel und Jonathan Löffelbein sich an den skurrilsten Rezepten und Kommentaren auf der Chefkoch-Rezepte-Seite delektieren. „Nun trauen sie sich auch in die Offline-Szene“, sagt Gayer – in Hannover am 17. Februar.

Erinnerung an Willemsen

Im Lesungsbereich setzt Gayer auf bewährte Größen: Neben Axel Hacke (24. Januar), Frank Goosen (19. März) und Funny van Dannen (12. Mai) erinnern Annette Schiedeck und Jens-Uwe Krause am 16. Februar mit „Habe Häuschen. Da würden wir leben“ an den vor zwei Jahren verstorbenen Roger Willemsen und seine Geschichten.

Auch beim Musikprogramm, für das jetzt Sören Nyhuis und Terry-John Oculi verantwortlich sind, gibt es eine Mischung aus vorsichtigen Experimenten und Bewährtem. Die 17 Hippies (2. Februar) sind im Pavillon eine ebenso sichere Bank wie die irischen Musiker von Clannad (13. Februar). Auch Quadro Nuevo (21. Februar), Georg Ringsgwandl (7. März), Tim Fischer (6. Februar) und Brazzo Brazzone (22. März) sind hier bestens eingeführt.

Reihe für Kinder

Axel Prahl singt und spielt am 15. Februar mit seinem Inselorchester, der israelische Kontrabassist Avishai Cohen, einer der renommiertesten Jazz-Musiker der Gegenwart, kommt am 8. Mai mit seinem Trio. Für ungewohnte Klänge könnten die Bands We invented Paris (28. April) und Morcheeba sorgen, die in den Neunzigerjahren zu den Pionieren des Trip-Hop gehörte und nun am 20. Februar in Hannover spielt. Erstmals in den Pavillon kommt Ida Nielsen mit ihrer Band: Die Bassistin hat einst bei Prince gespielt und präsentiert am 8. März ihre spezielle Funk-Musik.

Mit einer eigenen Reihe möchte man Kinder und junge Eltern in den Pavillon holen: Dabei soll der A-cappella-Beatbox-Sound von Bummelkasten (23. März) helfen oder ein Konzert zum Kindermusiksampler „Unter meinem Bett“ (28. April).

Vom 17. bis zum 26. Mai steigt das 24. Masala-Weltbeat-Festival – allerdings weiterhin unter der Regie seines Erfinders Gerd Kespohl, der dem Pavillon so auch über die Rente hinaus erhalten bleibt. Ein bisschen Kontinuität kann in Zeiten des Umbruchs schließlich nicht schaden.

Von Stefan Arndt

27.12.2018