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Kultur De-Phazz spielen im Musikzentrum
Nachrichten Kultur De-Phazz spielen im Musikzentrum
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00:17 10.09.2018
Musikalischer Rückblick: Pat Appleton von De-Phazz. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Die Zeit von De-Phazz waren die ersten Jahre des aktuellen Jahrtausends. Facebook und Spotify waren noch nicht erfunden. Niemand dachte an eine Finanzkrise. Und erst Recht nicht an eine Flüchtlingskrise. Wenn es einer Band gelungen ist, den perfekten Soundtrack dieser optimistischen Zeit zu schaffen, dann De-Phazz aus Heidelberg. Ihre Musik erklang in jeder Cocktailbar, erschien auf Samplern wie „Cafe Del Mar“, den jeder hippe Mensch der New Economy in seinem CD-Regal (und nicht auf seinem Handy) hatte. De-Phazz’ Erfolg basierte auf einer perfekten Mischung aus elektronischem Sounddesign und altem Jazz, Soul- und Latin-Klangbeigaben. Modern und alt. Süß, aber auch ein wenig herb. Gerührt, aber nicht geschüttelt. Musik wie ein Sturm im Cocktailglas. Vor zehn Jahren aber - was nichts mit der Finanzkrise zu tun hatte - wurde es ruhig um De-Phazz.

Das war das Konzert von De-Phazz im Muiskzentrum.

 

Nun aber sind sie wieder da - pünktlich zum 20.Bandjubiläum. Mit neuem Album „Black White Mono“ und den besten Hits der goldenen Jahre gastierte die Band um den Sounddesigner Pit Baumgartner, Sänger Karl Friersen und Sängerin Pat Appleton im gut gefüllten Musikzentrum. Ein Blick ins mit gealterte Publikum verrät, dass De-Phazz vor 20 Jahren zwar aufgrund der Nähe zur elektronischen Musik als trendy galten, aber schon damals eine Zielgruppe weit jenseits der 30 angesprochen haben muss. Und die nun mit 50 plus zu schätzen weiß, dass De-Phazz live als eine gereifte Soul-Funk-Band mit nervenkitzelnder Live-Dynamik auftritt.

Elektronisch knurpselt und knistert es nur noch im Hintergrund – dafür ist Mastermind Baumgartner an vielen Knöpfen zuständig. Die Show aber schmeißen im ersten Teil Sängerin Appleton, später Sänger Karl Friesen und zum Finale beide zusammen. Sie können sich dabei auf eine Band verlassen, die locker und auf den Punkt von Bossa zu Soul, von Mambo zu Funk springt. Wenn die Musiker in mit süßlichen (Sample)Streichern aufgemotzte Latin-Songs Ecken und Kanten einbauen, dann karikieren sie damit auch ihr Image als oberflächliche Lounge-Band.

Das ist eben eine Qualität des Älterwerdens: Sich zu reflektieren und seiner Musik neue Seiten abzugewinnen. Große Experimente wagen De-Phazz dennoch nicht. Es sind vor allem die alten Songs wie „Cut The Jazz“, „Something Special“ und „Jim The Jin“ die die Fans zum Tanzen bringen. Am Ende ist Sänger Karl Friersen ganz irritiert, dass nur wenige Zuschauer nicht ihr Handy hochalten, um damit Konzertausschnitte zu filmen. Das könnten sie ruhig tun und dann teilen und liken, sagt er. Ob er das in Hinblick auf seine Zielgruppe wirklich ernst meint?

Von Bernd Schwope

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