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Kultur Finn-Ole Heinrich und der „Reuber“
Nachrichten Kultur Finn-Ole Heinrich und der „Reuber“
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15:32 26.09.2018
Finn-Ole Heinrich Quelle: Henning
Wald

Das hier ist nicht einfach ein Räuber. Das ist ein Reuber. Und das ist schon mal was ganz anderes. Der Reuber zum Beispiel redet nicht, er snubbert, görgelt, grüllt, grunft, röckert, rölzt, knörrt, klörrt und rölpert. Und wenn er isst, dann grunft er und schnotzt. Und er macht noch ein paar andere Geräusche.

Der Reuber ist richtig gefährlich und richtig wild. Er lebt nach seinen eigenen Gesetzen, er baucht keinen Milchaufschäumer, keinen Joghurt, keine Rolltreppe.

Der Icherzähler, ein „Humanist und Vegetarier“, geht in den Wald, um dort den Reuber zu treffen. Aber den Reber trifft man nicht, man wird von ihm getroffen. Der Erzähler, der bald Vater wird, und seinem zukünftigen Kind in Briefen vom Reuber berichtet, hat im wirklichen Leben ein paar Probleme – im Wald aber, in der Reuberschule, lernt er, was er tun muss.

Finn-Ole Heinrichs „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ ist eine Männergeschichte, es ist die die Geschichte einer Entgrenzung, Befreiung und Wandlung. Insofern ist es eine große Geschichte. Und sie ist großartig erzählt. Das Buch – witzig illustriert von Rán Flygenring - eignet sich auch hervorragend zum Vorlesen. Nicht nur wegen der lustigen Synonyme für sagen, sondern auch, weil man an manchen Stellen richtig laut werden kann.

Außerdem steckt die Geschichte, die früher einmal ein Theatermonolog war, voller schöner Sätze wie „Du musst den Wald verstehen, wenn du den Reuber verstehen willst“ oder „Die Welt ist kein Fußföhnverein, es kann – auch bei uns da draußen in der Stadt – ganz, ganz schnell vorbei sein.“ Und natürlich: „Wer es im Wald schafft, der schafft es überall.“

Finn-Ole Heinrich & Rán Flygenring: „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes. Reuberroman“. Mairisch Verlag 182 Seiten, 20 Euro

Von Ronald Meyer-Arlt

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