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Kultur Eine Kämpferin für die Kultur: Sprengel-Freunde feiern Angela Kriesel
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Eine Kämpferin für die Kultur: Sprengel-Freunde feiern Angela Kriesel

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17:13 01.02.2020
Kamen, um zu gratulieren (v.l.): Sprengel-Museumsdirektor Reinhard Spieler, Ekkehard Nümann von den Freunden der Kunsthalle Hamburg, Angela Kriesel, der Vorsitzende der Freunde des Sprengel Museums Hannover Stefan Becker und Angela Kriesels Sohn Tilman. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Am Anfang trauten die Freunde des Sprengel-Museums Angela Kriesel, der Sprengel-Tochter, nicht viel zu: Im Vorstand sollte sie vor 40 Jahren als einzige Frau für das Kinderprogramm zuständig sein, gewissermaßen für „das Ressort Familie und Gedöns“, wie der jetzige Vereinschef Stefan Becker sagte. Doch mit Kleinkram hielt sich die unterschätzte Kriesel nicht lange auf. 30 Jahre lang führte sie den Freundeskreis, prägte die Entwicklung des Sprengel-Museums und wurde in dieser Zeit zu einer der wichtigsten Kulturaktivistinnen der Stadt. Nun ist sie 75 Jahre alt geworden – und der Freundeskreis lud am Sonnabend zu einer Feier-Matinee.

350 Gäste gratulieren

Rund 350 Gäste waren gekommen, um der Jubilarin zu gratulieren, darunter Unternehmer Dirk Roßmann, Ex-Nord/LB-Chef Gunter Dunkel, Herrenhausens Gartenchef Ronald Clark, Ex-Wirtschaftsminister Walter Hirche, der Vorsitzende des Kulturfreundekreises Hamburg, Ekkehard Nümann und der Direktor der Villa Seligmann, Eliah Sakakushev-von Bismarck.

Am Anfang ihres Weges stand dabei gewissermaßen ein Verlust: Anstatt seinen Kindern seine umfangreiche Kunstsammlung zu vererben, beschloss der Unternehmer Bernhard Sprengel, die Bilder und Skulpturen der Öffentlichkeit zu schenken – es war die Geburtsstunde des heutigen Sprengel-Museums. Doch auch ohne die wirtschaftliche Macht ihres Vaters im Rücken habe Kriesel einen Einfluss entwickelt, der „der Wirkungsmacht Ihres Vaters in nichts nachsteht“, lobte Museumsdirektor Reinhard Spieler.

Launige Laudatio

Zwei Wesenszüge hob Stefan Becker in seiner launigen, von vielen Lachern unterbrochenen Laudatio hervor: Kriesel konnte immer kämpferisch sein, wenn sie musste, und ebenfalls sehr ausgleichend, wenn die Lage es erforderte. Das habe sie zur „wahren Heroine des Museumswachstums zu Hannover“ gemacht, sagte er und verwies damit auf zwei Museumserweiterungen in ihrer Amtszeit und den erfolgreichen Kampf gegen Kulturkürzungen in den 1990er Jahren. Die Jubilarin zeigte sich gerührt. „Ich wollte das alles nicht so feiern, schließlich waren schon die 30 Jahre Sprengel-Freunde für mich ein Geschenk.“

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Von Heiko Randermann

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