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Filmfestival Up and Coming: Nachwuchsfilmer zeigen ihre Werke im Pavillon

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17:40 19.11.2019
Seit 1982 richtet Burkhard Inhülsen das Filmfestival Up and Coming in Hannover aus – in diesem Jahr zum 15. Mal. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Für viele junge Filmemacher sei das Up and Coming der „richtige Kick“ gewesen, sagt Burkhard Inhülsen. Seit 1982 richtet er das Filmfestival alle zwei Jahre in Hannover aus, seit 1991 international. Fast 70 Prozent der Nachwuchsregisseure, -drehbuchautoren und -produzenten, die seitdem ein Werk eingereicht hatten, seien auch heute noch in der Filmbranche tätig, berichtet Inhülsen. Darunter seien die Regisseure Dennis Gansel („Mädchen, Mädchen“, „Die Welle“) und Ali Samadi Ahadi („Petterson & Findus“) aus Hannover sowie der Oscarpreisträger Volker Engel, der 1997 für die Effekte des Films „Independence Day“ ausgezeichnet wurde.

160 Filme werden beim Filmfestival gezeigt

Das Festival findet von Donnerstag, 21., bis Sonntag, 24. November, zum 15. Mal statt. Inhülsen hofft, dass er weitere junge Filmtalente entdeckt. An Interesse mangelt es nicht: Insgesamt wurden mehr als 4000 Filme eingesendet, von denen Besucher des Festivals rund 160 aus 45 Ländern im Pavillon sehen können. Am Sonntag verleiht eine Jury den Deutschen Nachwuchsfilmpreis, den Bundes-Schüler-Preis und den International Young Film Makers Award. Die Filmemacher sind sieben bis 27 Jahre alt.

Filmemacher wollen Film auf großer Leinwand sehen

„Als Videoplattformen im Internet aufkamen und jeder Filme online stellen konnte, haben wir uns gefragt: Brauchen wir noch Filmfestivals?“, sagt Inhülsen. „Doch der Zulauf wurde entgegen den Erwartungen immer größer.“ Auch heute sei es motivierend für Filmemacher, ihre Werke nicht nur auf dem Laptop, sondern auf der großen Leinwand zu sehen. „Es geht darum, dass die Filme ihre Öffentlichkeit finden“, sagt der Festivalleiter und Kunstpädagoge.

Die Vorbereitungen sind in vollem Gange: Am Donnerstag, 21. November, startet das 15. Filmfestival Up and Coming in Hannover. Quelle: Katrin Kutter

Darauf freut sich auch die 25-jährige Sophie Therese Jung, deren Werk „Wie der Mond“ am Donnerstag, 21. November, im Pavillon gezeigt wird. „Ich bin gespannt, wie der Film in Kinoatmosphäre wirkt“, sagt sie. Die Nachwuchsregisseurin und -drehbuchautorin hat in Hildesheim Inszenierung der Künste und der Medien studiert. Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit entstand der fünfminütige Spielfilm. Am Up and Coming nimmt Jung zum ersten Mal teil. Ihr Film erzählt von der verstorbenen 20-jährigen Thea, die der Zuschauer nur durch die Erinnerungen der Verwandten kennenlernt, die bei ihrer Beerdigung an sie denken.

Nachwuchsfilmer thematisieren Depressionen

Tod, Zukunftsangst und auch der Klimawandel seien Themen, mit denen sich viele Filme der Nachwuchsregisseure seit einigen Jahren beschäftigten, berichtet der Festivalleiter. In diesem Jahr stach noch ein weiteres heraus: „Es war sehr auffällig, dass sich viele Filme mit dem Thema Depression beschäftigen – und zwar auf ganz konkrete Art und Weise.“ Sowohl national als auch international wurden zudem häufig Homosexuelle und Transgender in den Mittelpunkt gerückt. „Filme sind oft die Reaktion auf Tabubrüche“, sagt Inhülsen. Außerdem könne man sehen, was junge Menschen im Moment beschäftigt.

Filme werden technisch immer besser

Aus den Einsendungen die Filme auszuwählen, die die Jury sich in dieser Woche live im Kino anschaut, sei „ein hartes Stück Arbeit“ gewesen, sagt der Festivalleiter. „Es wäre leichter, wenn viele schwache Filme dabei wären, aber wir beobachten, dass die Einsendungen immer besser werden.“ Das liege unter anderem an der Technik zum Filmen und Schneiden, die sich Nachwuchsregisseure inzwischen günstig und schnell besorgen könnten. „Es ist irre, was sogar 13-Jährige schon für Filme machen.“

Zwar werde nicht aus jedem Filmemacher ein Oscarpreisträger werden, sagt Inhülsen. Doch für viele junge Talente sei das Festival eine Anregung, auch weiter Filme zu drehen. „Das lässt hoffen, dass sich in Zukunft weitere Nachwuchstalente für die Branche interessieren.“

Filmfestival Up and Coming in Hannover startet

Das Filmfestival Up and Coming findet von Donnerstag, 21. November, bis Sonntag, 24. November, im Pavillon statt. Aus 157 Filmen kürt die Jury am Sonntag um 11.30 Uhr die Preisträger. Vergeben werden der Deutsche Nachwuchsfilmpreis, der Bundes-Schülerfilm-Preis und der International Young Film Makers Award.

Die Filme laufen in Blöcken von Donnerstag bis Sonnabend jeweils um 10, 13.30, 15.30, 19 (außer Donnerstag) und 21 Uhr (außer Sonnabend). Deutsche und internationale Filme des Wettbewerbs werden mit Ausnahme der Spätprogramme zeitgleich gezeigt, die Spätprogramme laufen jeweils mit einem Mix aus deutschen und internationalen Werken.

Zusätzlich veranstaltet der Pavillon ein Rahmenprogramm mit Diskussionen, Vorträgen und Workshops. Das Festivalticket kostet 45, ermäßigt 30 Euro. Außerdem werden Tages-, Fünfer- oder Einzeltickets angeboten. Interessierte bekommen die Karten während des Festivals direkt im Pavillon. Weitere Informationen gibt es auf www.up-and-coming.de.

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