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Kultur Norbert Hummelt erhält den Hölty-Preis
Nachrichten Kultur Norbert Hummelt erhält den Hölty-Preis
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00:17 17.09.2018
Hölty-Preis an Norbert Hummelt (Mitte) Es gratulieren: , Heinrich Jagau, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Hannover und Oberbürgermeister Stefan Schostock (rechts). Quelle: Florian Petrow
Hannover

. „Ohne Freude geht gar nichts, im Leben wie im Schreiben“, sagte der Lyriker und Essayist Norbert Hummelt in seiner Dankesrede, die er im Calder-Saal des Sprengel Museums hielt. Grund zur Freude hatte er an diesem Abend reichlich. Denn er wurde mit dem Hölty-Preis für Lyrik der Stadt und der Sparkasse Hannover ausgezeichnet. Der mit 20 000 Euro dotierte Preis – mit dem auch an den 1748 in Mariensee geborenen und 1776 in Hannover gestorbenen Dichter Ludwig Christoph Heinrich Hölty erinnert werden soll – ist der der höchstdotierte Preis für Lyrik im deutschsprachigen Raum.

Der Hölty-Preis wird alle zwei Jahre verliehen, vor Hummelt wurden Thomas Rosenlöcher, Paulus Böhmer, Christian Lehnert , Silke Scheuermann und Christoph Meckel damit ausgezeichnet. „Norbert Hummelt verfügt über die seltene Fähigkeit, die Grenzen zwischen Diesseits- und Jenseitserfahrung in seiner Dichtung zu öffnen und die Orte einer versunkenen Kindheit aufzurufen, an denen die Welt noch offen und den Wünschen noch die Chance zur Erfüllung gegeben war", heißt es in der Begründung der Jury.

Bei der Preisverleihung im Sprengel Museum lobte Oberbürgermeister Stefan Schostok die Lyrik allgemein („Gedichte helfen dabei, verkrustete Denkstrukturen aufzubrechen“) und das Rezitieren von Gedichten im Besonderen („Wenn man erkannt hat, dass es ein Genuss sein kann, ist es auch einer.“). Rezitiert wurde sehr viel an diesem Abend. Gabriela Jaskulla (deren neuer Roman „Septembermeer“ gerade bei Suhrkamp erschienen ist) leitete ihre frische Moderation mit einem Hinweis auf die „große lyrische Erfahrungsdichte“ ein, die dieser Abend bieten würde. Dazu trugen nicht nur Miriam Alexandra (Sopran) und Andreas Reuter (Klavier) bei, die Hölty-Gedichte in Vertonungen von Schubert und Brahms präsentierten. Auch Laudator Frieder von Ammon las Lyrik. Neben anderen Werken auch das Gedicht „Asymmetrie“ von Adam Zagajewski, in dem es über Dichter heißt: „Sie bewundern den Flug der Vögel, die Ruhe der Vorstadtgärten / und die Schnellzüge, die atemlos dahinjagen.“

Über den Flug der Vögel hat auch Norbert Hummel viel geschrieben. Laudator von Ammon erläuterte, wie er im Gedicht „Mauersegler“ („das für mich faszinierendste Vogelfluggedicht Hummelts“) sprachlich den rasanten Kunstflug der Vögel nachahmt. Interessante Information am Rande: Im kommenden Jahr wird eine Tagung zum Thema „Vögel in Literatur und Musik“ stattfinden. Die Gedichte von Norbert Hummelt werden unbedingt dazugehören, da ist sich der von Ammon ganz sicher.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Hummelt mit der Lesung einiger neuer Gedichte bei den Veranstaltern und beim Publikum. Darunter war selbstverständlich auch ein Vogelgedicht. In den kurzen Strophen über die „Ringeltaube“ schreibt er kunstvoll über die „Stille vor der ersten Bahn“. So lange hat die Gala zur Verleihung des Hölty-Preises dann aber doch nicht gedauert.

Von Ronald Meyer-Arlt

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