Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur Galerie Falkenberg zeigt alle ihre Künstler
Nachrichten Kultur Galerie Falkenberg zeigt alle ihre Künstler
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 25.11.2018
Seltsam surreal – Philipp Magers Malerei in der Galerie Falkenberg. Quelle: Foto: Daniel Alexander Schacht
Anzeige
Hannover

Hinten sinken drei Sonnen hinter den Horizont, vorn räkeln sich Sommerfrischler auf dem Sand und schauen dem seltsamen Schauspiel zu. Seltsam auch, weil diese Sonnen den Himmel in parallele Farbstreifen zu tauchen scheinen, sich im See davor aber geradezu naturalistisch naturgetreu spiegeln. Und weil am Bildrand gerade schon eine weitere Sonnenscheibe aus einer Fläche gemeißelt wird.

Solche Grenzgänge zwischen Realität und Illusion, Bilder bizarrer Situationen, das Miteinander von abstrakter Farbfeldmalerei und konkreter Abbildlichkeit, dazu noch Zitate von Maltraditionen zwischen Symbolismus und Surrealismus – derart spielerische Kombinationen sind eine Spezialität des Berliner Künstlers Philipp Mager.

Anzeige

Wer noch mehr Vielfalt erleben will, kann sich jetzt in der Galerie Falkenberg umtun, die nicht nur dieses Werk zeigt, sondern einfach: alles. Nämlich alle Künstler der Galerie – vom Keller bis zum Obergeschoss über drei Stockwerke hinweg.

„Accrochage“ heißt die Schau, die die Galeristen Achim Meseberg und Stefan Kleineberg da eingerichtet haben, eine Hängung der Galeriebestände also. Ein Titel, offen genug für die dabei gebotene Breite von Genres, Themen und Techniken. Zu sehen ist da der filigran fotorealistische Malstil der Bremer Künstlerin Marina Schulze ebenso wie die gestische Malerei von Klaus Zylla. Die wilden, in dickem Pasteau aufgetragenen Endzeitvisionen des Japaners Ryo Kato. Oder auch die genau beobachtete Tristesse menschenleerer Jahrmarktsbuden auf den großformatigen Gemälden von Johanna Silbermann, die ebenso wie Zylla, Kato und etliche weitere der hier gezeigten Künstler in Berlin lebt. Gezeigt werden überdies Werke von Künstlern aus Hannover. Christian Riebes minutiöse Zeichnungen und Collagen etwa, Arbeiten von Ingo Lies oder auch Stefan Kleinebergs mit Licht und Dunkel, Zwei- und Dreidimensionalität spielende Installationen und Artefakte.

Insgesamt anderthalb Dutzend künstlerische Positionen werden hier präsentiert. Die meisten davon hat die Galerie Falkenberg schon in Einzelausstellungen, einige auch im Rahmen von Gruppenschauen gezeigt, noch nie aber gab es alle auf einmal zu sehen. Wer also einen Eindruck vom Gesamtspektrum der Galerie gewinnen will, muss jetzt in diese Ausstellung gehen.

„Accrochage. Künstler der Galerie“. Bis 27. Januar in der Galerie Falkenberg, Falkenstraße 21 A. Geöffnet montags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 12 bis 16 Uhr.

Von Daniel Alexander Schacht