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Kultur Goslar präsentiert erstmals Kunstwerke (fast) aller Kaiserringträger
Nachrichten Kultur Goslar präsentiert erstmals Kunstwerke (fast) aller Kaiserringträger
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15:57 26.03.2019
Kunst im Untergrund: „Gefährdung und Schutz“ – das erstmals wieder zugängliche Raumkunstwerk, das Günther Uecker 1983 in einem der Kellergewölbe unter dem Mönchehaus-Museum eingerichtet hat. Quelle: Courtesy: der Künstler / VG Bild-Kunst, Bonn 2019
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Goslar

Mehr als mannshoch prangt Wiebke Siems riesiger Teppichklopfer an der Wand, davor steht Nam June Paiks aus einem Dutzen alten Röhrenmonitoren zusammengeschraubte Installation „Hommage á Einstein“, gegenüber hängt eine von Robert Longos grandiosen Kohlezeichnungen und daneben das berühmte „Picture in a Frame“ von John Baldessari.

Skulpturales und Installatives, Zeichnung, Malerei und Collage: Schon im Foyer des Goslarer Mönchehaus-Museums lassen sich jetzt spektakuläre Dimensionen der Kunstproduktion durchschreiten. Und das ist erst der Anfang einer Kunstschau, die – wenn nicht alles, so doch: sehr Vieles - bietet, was in der internationalen Künstlerszene Rang und Namen hat. Die Liste reicht von Klassikern der Moderne wie Max Ernst, Henry Moore und Victor Vasarely über Malerstars wie Georg Baselitz oder Gerhard Richter und Fotokünstler wie Bernd und Hilla Becher, Andreas Gursky, Boris Miklailov und Wolfgang Tillmans bis zu Künstlern die so multimedial unterwegs sind wie Barbara Kruger.

Umfassender denn je

Sie erhält in diesem Jahr den Goslarer Kaiserring und wird damit die jüngste in dieser langen Liste von Kaiserringträgern, die jetzt eine Ausstellung unter dem fast protokollarisch klingenden Titel „Kunstpreis Kaiserring“ anhand von Werken (fast) aller damit ausgezeichneten Künstler und somit umfassender denn je zuvor würdigt.

Im Jahr 1974, vor 45 Jahren also, wurde jener Kunstverein in Goslar gegründet, der überregional wohl kaum bekannt wäre, wenn er nicht seit 1975 jenen Ring als Auszeichnung vergeben hätte, der heute auch international für hohes Renommee steht. „Anfangs musste Peter Schenning noch sehr viel Überzeugungsarbeit leisten“, sagt Museumschefin Bettina Ruhrberg über den Goslarer Industriellen, der damals Kunstvereinsgründer und Ideengeber war. „Erst nach einigen Jahren und mit wachsender Länge und Prominenz der Preisträgerliste wurde die Preisvergabe zum Selbstläufer.“

Kunst und Marketing

Für die Harzstadt wurde der Kaiserring zu einem Ausweis von Glanz und Weltläufigkeit, zu einem Faktor für regionales Renommee und städtisches Marketing. Durch genau diese Vokabel gab es dabei aber auch einmal einen Rückschlag: Jean Tinguely wies den Ring 1980 zurück. „Schenning hatte damals von Stadtmarketing gesprochen“, sagt Ruhrberg, „zu einer Zeit, als Kunst und Markt noch als ziemliche Gegensätze verstanden wurden.“

Immerhin, Tinguelys Absageschreiben an Museumsdirektor und Bürgermeister in Goslar sind Kunstwerke ganz eigener Art. Und viele Künstler haben sich gleichfalls ganz künstlerisch der Stadt anverwandelt. Moore hat 1975 die Skulptur „Goslarer Krieger“ geschaffen. Beuys hat 1979 drei seiner Basaltstelen im Museumsgarten aufgestellt. Christo hat 1987 einen Bergwerksgrubenwagen verpackt. Und zwei geradezu unterirdisch spannende Raumkunstwerke sind im Rahmen dieser Ausstellung wieder zugänglich – Günter Ueckers 1983 erstellte Installation „Gefährdung und Schutz“ in einem Gewölbekeller des einstigen Ackerbürgerhauses und Anselm Kiefers 1990 entstandenes Raumkunstwerk „Johannis-Nacht“ in weiteren Gewölben unter dem Museum.

Beide wurden für die Ausstellung teils wieder rekonstruiert – schon allein zwei Gründe, dem Museum jetzt einen Besuch abzustatten. Wer dazu in den nächsten fünf Wochen keine Zeit findet – denn nur so kurz läuft diese Kunstschau –, kann aber im opulenten Katalog nachblättern, der, ebenso wie der Ankauf der meisten Werke, von der Hans-Joachim-Tessner-Stiftung finanziert, erstmals alle Kaiserringträger in einem Buch versammelt.

„Kunstpreis Kaiserring 2019 – 1975. Von Henry Moore bis Barbara Kruger“. Bis 14. April im Mönchehaus-Museum Goslar. Der gleichnamige Katalog (324 Seiten, 28 Euro) ist im Museum erhältlich.

Von Daniel Alexander Schacht

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