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Kultur Kulturhauptstadt 2025: So läuft die Bewerbung in Hannover
Nachrichten Kultur Kulturhauptstadt 2025: So läuft die Bewerbung in Hannover
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01:15 07.01.2019
Botschafter für die Kulturhauptstadt: Pianist Igor Levit. Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

„Von Liverpool lernen, heißt siegen lernen“, hat Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok Anfang November bei einem gemeinsamen Konzert von Musikern und Sängern aus beiden Städten im Kuppelsaal gesagt. „Liverpool war 2008 Kulturhauptstadt Europas“, führte er weiter aus, „und Hannover wird das 2025 sein.“ Das Publikum, das zuvor an passenden Stellen der Bürgermeister-Rede höflich applaudiert hatte, wollte da nicht zustimmen: Statt Beifall gab es lautes Lachen und Gemurmel im Saal. „Ich habe das Rumoren wohl vernommen“, sagte Schostok darauf, ohne die für ihn typische Zuversicht zu verlieren: Die Stadt will die Bewerbung um den Titel nicht zur Lachnummer verkommen lassen.

Größere Ideen sind nicht in Sicht

Hannover hat es derzeit sowohl leichter als auch schwerer als seine Mitbewerber. Im Rennen sind noch Hildesheim, Magdeburg, Chemnitz, Dresden, Zittau, Gera und Nürnberg. Alle Städte stehen noch am Anfang ihrer Bewerbung – größere Ideen waren bei einer gemeinsamen Konferenz der Bewerber im Oktober in Berlin jedenfalls nicht zu entdecken. Hannover hat den Vorteil, dass der Gedanke an eine Bewerbung schon vor Jahren im Rahmen des Stadtentwicklungsprogramms „Mein Hannover 2030“ aufgekommen ist. Den Bürgerdialog, der auch für die Kulturhauptstadt unerlässlich ist, wurde in großen Teilen bereits geführt, und auch zentralen Zukunftsperspektiven sind schon entwickelt. Darauf lässt sich aufbauen.

Dass das bisher kaum gelungen ist, liegt vor allem an der Rathausaffäre um den ehemaligen Kulturdezernenten Harald Härke, die auch die Bewerbung zum Kampfplatz gemacht hat: Zeitweise wurde hier scharf geschossen – mit Konzepten und Gegenkonzepten, die dabei allesamt verbrannt wurden. Erst im vergangenen April beendete der Rat der Stadt das Hickhack, indem er die Bewerbung offiziell beschloss und zugleich 2 Millionen Euro dafür bewilligte. Zugleich legte das Gremium auch ein Leitthema für die Bewerbung fest: Nachbarschaft. Festgeschrieben wurden auch Aspekte, die sich bei „Hannover 2030“ herauskristallisiert hatten. Die Themen Gartenkunst und -tradition etwa sollen künftig eine Rolle spielen, und unter der Überschrift „Baukunst und Architektur: Das Erbe des Zeitgeistes“, die vor allem auf das Ihme-Zentrum gemünzt ist, will man der Frage nachgehen, wie man aus einer Bausünde eine Tugend machen kann.

Von Leuchttürmen und Botschaftern

Im August übernahm Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf das Kulturdezernat und damit die Verantwortung für die Bewerbung. Sie vergrößerte das dafür zuständige Team im Rathaus und etablierte verschiedene groß besetzte Gremien außerhalb der Verwaltung: Inzwischen kümmern sich auch ein Kuratorium, ein Beirat und ein Kulturrat mit Vertretern aus Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und anderen Bereichen um die Bewerbung.

Sie müssen die Vorschläge und Vorgaben nun recht schnell konkretisieren. Das Leitthema Nachbarschaft soll dafür noch modifiziert werden, und zu den jeweiligen Programmlinien sollen einzelne Leuchtturmprojekte vorgestellt werden. Zugleich will die Stadt prominente Botschafter für die verschiedenen Themen benennen. Einer steht bereits fest: Der Pianist Igor Levit ist der erste offizielle Botschafter. Was genau seine Botschaft sein kann, ist allerdings noch nicht besprochen. Derzeit wird ein erstes Treffen zwischen Levit und Beckedorf vorbereitet. Bis zum Frühjahr sollen all diese Planungen abgeschlossen sein, der erste Teil der Bewerbung muss am 30. September bei der Jury eingereicht werden. Gut möglich, dass optimistische Kulturhauptstadt-Reden dann nicht mehr lächerlich sind.

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