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Kultur Till Brönner macht aus Weihnachtsliedern eine gigantische Jazzparty
Nachrichten Kultur

Konzert im Kuppelsaal: So war der Auftakt der Weihnachtstour von Till Brönner

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20:17 24.11.2019
Till Brönner steht mit sieben Musikern auf der Bühne. Quelle: Rainer Dröse
Hannover

Kaum zu glauben, dass Till Brönner nach eigenem Bekunden ein „Weihnachtshasser“ ist. Wie er da mit seiner Trompete durch den bis in die oberen Ränge gut gefüllten Kuppelsaal im HCC geht und auf dem Weg zur noch abgedunkelten Bühne ein verschmitztes Solo bläst – „Santa Claus is Coming to Town“, was auch sonst? – könnte man durchaus den Eindruck gewinnen, dass er Spaß hat am Fest der Feste. Und auch die gigantische Jazzparty, die nun folgt, lässt eher auf Weihnachtslust denn Festtagsfrust schließen.

Moon River“? Ganz klar ein Weihnachtslied!

Im Mittelpunkt des zweistündigen Konzertes, das den Auftakt zu Brönners erster Weihnachtstour überhaupt bildet, stehen die Titel seines 2007 erschienenen „Christmas Album“. „Winter Wonderland“ und der unvermeidliche Dauerbrenner „Last Christmas“ – hier in einer angenehm unaufdringlichen Version mit Till Brönner am Flügelhorn – fehlen ebenso wenig wie der extra für das Album komponierte Titel „Better than Christmas“, der der Tour den Namen gab. Eines der Highlights ist die groovende Bossa-Nova-Version von „Stille Nacht“: Lässiger kann Vorfreude kaum sein.

Etwas überraschend auf der Playlist scheint Henry Mancinis Schmachtklassiker „Moon River“, aber Brönner liefert umgehend eine ebenso charmante wie persönliche Erklärung: Früher, als es noch keine DVDs und keine Streamingdienste gab, sei „Frühstück bei Tiffanys“ nur zu Weihnachten gelaufen, und er habe sich deshalb das ganze Jahr über auf Audrey Hepburn gefreut. Deshalb sei „Moon River“ ganz klar ein Weihnachtslied. Wer könnte da schon widersprechen?

Brönner spielt mit sieben fantastischen Musikern

Ein bisschen Etikettenschwindel ist an diesem Abend dennoch dabei – denn dass Till Brönner weitestgehend allein angekündigt wurde, wird den fantastischen Musikern, mit denen er auf Tour ist, absolut nicht gerecht. Selbst das in Fachkreisen übliche „… und Band“ wäre eine Untertreibung sondergleichen – die sieben Männer, mit denen der Trompeter auf der Bühne steht, sind keineswegs allein zur Begleitung da. Frank McComb (Gesang), Mark Wyand (Tenorsaxofon), Bruno Müller (Gitarre), Olaf Polziehn (Klavier), Jan Miserre (Keyboard), Christian von Kaphengst (Bass) und David Haynes (Schlagzeug) sind wie Brönner gestandene Jazzmusiker und würden das Programm zweifellos auch ohne den prominenten Titelhelden rocken.

Till Brönner startet seine erste Weihnachtstour überhaupt im Kuppelsaal in Hannover – und begeistert sein Publikum zwei Stunden lang mit lässig groovenden oder unaufdringlich interpretierten Weihnachtsklassikern.

In Sachen Coolness haben sie ihm gar einiges voraus: Till Brönner wirkt bei den ruhigen, getragenen Stücken am authentischsten. Wenn er einfach nur dasteht und spielt, „Auld Lang Syne“ zum Beispiel, schwingt dabei sehr viel Persönliches mit, während er bei den schnellen Stücken und technisch anspruchsvollen Soli den Kopf nie ganz auszuschalten scheint – ganz anders als beispielsweise der Saxofonist Mark Wyand, der sich stellenweise die Seele aus dem Leib spielt und dabei alles um sich herum vergisst, oder Frank McComb, der bei seinen mit geschlossenen Augen vorgetragenen Voice-Impros nichts als fleischgewordene Lässigkeit ist.

Am Ende verspricht Till Brönner, im nächsten Jahr wiederzukommen. Zu der Vorfreude auf Weihnachten gesellt sich nun also die auf die Brönnersche Weihnachtstour 2020 – und vielleicht wird diese wunderbare Combo dann ja angemessen angekündigt.

Von Juliane Moghimi

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