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Kultur So war das Konzert von Cro in der Tui-Arena
Nachrichten Kultur So war das Konzert von Cro in der Tui-Arena
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22:15 30.11.2018
Mit technischen Problemen: Rapper Cro in der Tui-Arena.
Mit technischen Problemen: Rapper Cro in der Tui-Arena. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Der Panda ist bleich geworden. Cros Markenzeichen, die Bärenmaske, ziert kein einziges schwarzes Büschel mehr. Vor ein paar Jahren war das noch anders. Vielleicht soll die weiße Maske Weisheit ausdrücken, vielleicht auch Fortschritt. „Real“, also echt, will sich Cro mit der aktuellen Platte „tru.“ zeigen. Woran soll man aber erkennen, was an einem Rapper mit Tiermaske nun echt ist? Echt groß ist zumindest der klobige Pandakopf, der weite Teile der Bühne in der Tui-Arena einnimmt. Cros Begleitband wurde ganz am Rand stationiert – es wollen ja eh alle nur den Bären sehen. Der steppt tiefenentspannt von einem Bein aufs andere und sprech-singt: „Life is fucking great, life is fucking great“. Es könnte besser sein, würde die Anlage der Halle nicht ständig herumzicken.

Mit seinem Album „tru“ war Pop-Rapper Cro zu Gast in der Tui-Arena Hannover.

Auch egal, Carlo Waibel, wie Cro bürgerlich heißt, nimmt es gelassen: „Wir müssen für zwei Minuten was anderes machen, außer Musik. Weil Technik.“ Sagt der 28-Jährige im gewohnt lässigen Ton und verlässt die Bühne. Seine Backgroundsängerinnen halten das Publikum mit Breakdance bei Laune. 6500 Menschen sind in die Tui-Arena gekommen. Der Innenraum ist etwas mehr als zur Hälfte mit Teens und Twens gefüllt. Auf den Rängen ist der Altersschnitt etwas höher.

Mittelschichts-Hedonismus zum Knuddeln

Zehn Minuten nach der Unterbrechung kommt der Rap-Pop-Panda zurück. „Das Mischpult ist abgekackt“. Weiter geht’s. „Jaaa, ihr seid gut drauf, das gefällt mir. Wir sind auch gut drauf. Nice.“ Cros locker-leichte Mischung aus Rap und Pop spielt in einer Welt ohne Probleme. Komplizierte Hausratversicherungen, Sinnkrisen und Steuererklärungen gibt es in diesem Kosmos nicht. Dort ist alles flauschig: Es geht um das Leben für den Moment, die große Liebe, Eskapismus in die Welt der Online-Versandhäuser. Es ist Mittelschichts-Hedonismus zum Knuddeln.

Mehr Datenvolumen

Wenn Cro seinem jungen Publikum eine Haltung vorlebt, dann vielleicht das Verlangen nach mehr Datenvolumen. Bis Cro die Wiederhörensfreude mit seinen Hits „Easy“, „Du“ und „Einmal um die Welt“ erfüllt, gibt es erstmal reichlich Material von der neuen Platte: Einen „tru.“-Song nach dem anderen spult der Stuttgarter mit seiner Band herunter – natürlich ganz lässig. Dazu laufen auf der Videoleinwand Clips von jungen Frauen in Bikinis, die sich teure Ringe über die Finger ziehen und Aufnahmen vom Sunset Strip. „Life is fucking great“ – solange die Technik mitspielt.

Von Manuel Behrens

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