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Kultur Lädiert, aber glücklich: So war das Hannover-Konzert von Slipknot
Nachrichten Kultur

Konzertbericht: Metal-Band Slipknot spielt in der Tui-Arena Hannover

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00:19 21.06.2019
Slipknot-Sänger Corey Taylor in der Tui-Arena. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Slipknot – ja, das ist diese Band mit den gruseligen Masken. Die, die musikalisch in der Preisklasse Presslufthammer-Metal unterwegs ist. Bekannt sind die Konterfeis über ihren riesigen Fankreis in der Metal-Szene schon längst – kürzlich spielte die Band als Headliner bei Rock am Ring vor rund 80.000 Zuschauern. Wer mit dem neunköpfigen Horrorclown-Wanderzirkus nur Serienmörder-Optik und Dezibel-Terror verbindet, mag sich fragen: Warum pilgern so viele Menschen zu Slipknot?

Die US-Metal-Band Slipknot war für ein Konzert in der ausverkauften Tui-Arena in Hannover zu Gast. Hier gibt es die Fotos zur Show.

Die Antwort können 12.000 Maggots (Maden), wie die Band ihre Fans liebevoll nennt, nach ihrer Show in der Tui-Arena mit neuer Bekräftigung geben: Ausgepowert, vom Moshpit lädiert, aber jeder negativen Emotion entledigt, wanken sie aus der Halle – glücklich. Ein Begriff, der im Zusammenhang mit dieser Band selten fällt.

Pyro, Körperkontakt und Gesangsvirtuosität

Immer wieder musste sich die Alternative-Metal-Band aus Iowa anhören lassen, dass ihre Musik aggressiv mache. Das Gegenteil ist der Fall: Die Band um Sänger Corey Taylor ist für ihre Fans ein emotionaler Punchingball. Auf den Opener „People = Shit“ folgen „Sic“ und „Get This“: Es ist Katharsis durch krachende Gitarren, hämmerndes Schlagzeug, wirre Elektroklänge. Im Innenraum herrscht ein tropisches Klima, das von Tausenden Fans mit dem Dunst von Bier und Schweiß verfeinert wird. Gut, dass auf der dreistöckigen Bühne in Großstadtapokalypsen-Ästhetik auch noch Pyro abgefeuert wird.

Getanzt wird mit Körperkontakt. Ein Ellenbogen landet dabei auf der Stirn des Nebenmannes – das ist Reinigung durch Schmerz. Darüber schallt die mächtige Stimme von Taylor. Die Refrains sind meist glasklar, während er die Strophen in wütenden Growls und Screams hinunterschnaubt. Andere Metal-Bands brauchen für diese Virtuosität mehrere Angestellte, um einen Song, wie den Überhit „Duality“ zu singen.

Eine „fucking family“

Slipknot und ihre Fans müssen aushalten, dass ihre Freude an Morbidität mit Misanthropie verwechselt wird. Auch das führt auf eine falsche Fährte: Die Band thematisiert Selbstzweifel, Einsamkeit, Andersartigkeit sowie Aufbegehren und stiftet aus dieser Wiedererkennung und Gemeinsamkeit Hoffnung für die, denen es nicht gut geht. „I didn't come this far to sink so low, I'm finally holding on to letting go“, heißt es etwa im neuen Song „Unsainted“, den die Band zu Beginn spielt.

Seit 25 Jahren sind Slipknot bereits unterwegs. Einige Fans, die sie durch die Teenagerzeit gebracht haben, sind nun Eltern. Und die sind mit ihren Kindern hier. Das passt, denn auch Frontmann Taylor sagt, dass Slipknot und ihre Fans eine „fucking family“ seien. „Egal, wo du herkommst, welche Hautfarbe du hast, welche Sprache du sprichst oder wie viel Kohle du hast – ihr gehört alle dazu“, sagte Sänger Taylor im Interview mit der HAZ, „sobald ihr auf unser Konzert kommt, sind diese Unterschiede völlig egal. Darauf kommt's an.“ So ist der Abend von und mit Slipknot eine Art Familientreffen.

Von Manuel Behrens

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