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Kultur So war das Konzert von Brian Fallon
Nachrichten Kultur So war das Konzert von Brian Fallon
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11:21 21.02.2019
Brian Fallon Foto: Samantha Franson Quelle: Samantha Franson
Hannover

 Stell dir vor, dein größtes Idol ist zu Gast auf deiner Party und bringt ganz selbstverständlich den Müll für dich nach draußen. Das ist eine Anekdote, die Rockmusiker Brian Fallon erlebt hat. Sein Idol: Bruce Springsteen. Ganz freiwillig habe der während einer Feier in Fallons Haus die Säcke genommen und in die Tonne vor seinem Haus entsorgt. „Gimme that“, imitiert Fallon sein Idol und mimt die Aktion in raubeinigem Ton nach. Fallon erzählt diese Anekdote nicht um anzugeben, sondern weil er sie bis heute nicht so ganz glauben kann. Springsteen und Brian Fallon werden schon lange verglichen: Beides sind Malochertypen, die nicht durch filigranes Gitarrenspiel oder feinen Gesang von sich reden machen wollen, sondern durch die Leidenschaft, mit der sie ihre Instrumente bearbeiten.

Der Sänger der Band The-Gaslight-Anthem war solo und akustisch für ein Konzert im Capitol Hannover.

Durchbruch mit The Gaslight Anthem

Brian Fallon hat vor gut zehn Jahren mit der punkigen Rockband The Gaslight Anthem in den USA und in Europa den Durchbruch geschafft. Die Gruppe liegt seit einiger Zeit auf Eis. Seitdem arbeitet er an Nebenprojekten und veröffentlicht Soloalben, kürzlich die Platte „Sleepwalkers“. Darauf sind traurig-schöne Rocksongs in Bandbesetzung zu hören: Weniger Rotz, mehr Gefühl bei gleicher Leidenschaft. Auf der Bühne des Capitols stehen außer ihm nur zwei Akustikgitarren, die gleiche Menge Bierflaschen und ein Keyboard. Vor ihm ist die Hälfte des fast ausverkauften Clubs bestuhlt. Der Sound ist auf etwas über Zimmerlautstärke getrimmt. Kommt im Publikum ein lauteres Gespräch auf, wird lautstark gezischt. Oben auf der Bühne hört Fallon das Auslösen der Kameras im Fotografengraben vor ihm und gibt einige launige Kommentare ab.

Um die gespannte Stimmung aufzubrechen, könnte Fallon nun die Hits von Gaslight-Anthem in dieser Wohnzimmeratmosphäre spielen: „The ’59 Sound“, „American Slang“, „Handwritten“ oder andere. Stattdessen klimpert und zupft er auf Keyboard oder Gitarre die Rohgerüste seiner Solosongs – nicht unbedingt das Programm, das sich viele Gaslight-Anthem-Fans wohl gewünscht haben. Ein Cover von Bob DylansThe Times They Are A-Changin'“ ist schließlich einer der wenigen Songs, bei denen lautstark mitgesungen wird. Der 39-Jährige hat es an diesem Abend sicher nicht jedem Zuschauer recht gemacht – Fallon hat sein Ding durchgezogen. Vielleicht hat er das von Springsteen gelernt.

Von Manuel Behrens

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