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Kultur Frank Goosens neuer Roman „Kein Wunder“
Nachrichten Kultur Frank Goosens neuer Roman „Kein Wunder“
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08:46 13.03.2019
Autor Frank Goosen bei den Dreharbeiten zur Ruhrgebietskomödie „Radio Heimat“. Quelle: Caroline Seidel/dpa
Hannover

Wieder also Förster, Brocki und Fränge. Die drei Freunde waren auch schon in Frank Goosens ziemlich wunderbarem Buch „Förster mein Förster“ unterwegs. Damals ging’s ans Meer. Jetzt treffen sich die drei in Berlin. Und zwar nicht als alte Herren, sondern als junge Männer kurz nach zwanzig. Berlin war damals noch zweigeteilt. Fränge studiert in Berlin, Brocki und Förster sind in Bochum losgefahren, um ihn zu besuchen. Brocki hat eine Kassette mit seiner „Spezialmischung“ aus Asia, Toto, Supertramp (sowie Men without Hats mit ihrem Hit „Safety Dance“) eingelegt. Förster würde die Kassette am liebsten aus dem Fenster werfen. Macht er natürlich nicht. „Manchmal wünschte sich Förster, er hätte diese Radikalität, wusste aber, das würde nie sein Ding sein. Wenn man mit 22 noch nicht radikal war, dann kam das auch nicht mehr“, schreibt Frank Goosen.

Besoffen in Garbsen

An der Raststätte Garbsen ist Brocki schon ziemlich besoffen. Es ist nicht ganz einfach, mit ihm durch die Grenzkontrolle zu kommen, aber am Ende wird alles gut. Denn bei Frank Goosen wird am Ende immer alles irgendwie gut. In Berlin gibt es ein paar Probleme mit den beiden Freundinnen von Fränge: die eine lebt im Osten, die andere im Westen. Auch im privaten Bereich bringt die Wiedervereinigung hier einiges durcheinander.

Förster, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird, ist ist so grundnormal wie es nur geht. Die Figuren meint man alle irgendwie zu kennen, ihre Geschichten auch. Goosen beherrscht die Kunst, das alles trotzdem ungemein spannend wirken zu lassen. Im angenehmen Plauderton erschließt er eine Zeit. Eine Zeit, von der Förster weiß, dass es die beste Zeit seines Lebens gewesen sein wird.

Nachdenken über Futur Zwei

Futur Zwei, auch etwas, über das man nachdenken kann: „Wenn das hier mal die beste Zeit meines Lebens gewesen sein wird, dachte er, werde ich sagen können: Ich habe es gewusst. Ich habe eines Morgens dagelegen und es gewusst. Ob mir das helfen wird? Keine Ahnung, doch etwas wissen, ist immer eine gute Sache. Aber: Wenn das die beste Zeit meines Lebens gewesen sein wird, ist sie abgeschlossen und vorbei, so wie jede Zeit, weil es ja die Gegenwart nicht gibt, nur eine Reihung von Vergangenheiten, nicht umsonst heißt es Futur Zwei, was hier gerade sein Unwesen treibt, vollendete Zukunft, aber was kommt nach der Vollendung? Wenn die beste Zeit gewesen sein wird, kommt danach höchstens noch die zweit- und drittbeste.“

Was bei den noch folgenden Büchern aber nicht zu hoffen wäre.

Frank Goosen: „Kein Wunder“. 304 Seiten. 20 Euro. Am Dienstag, 19. März, ist Frank Goosen in Hannover im Pavillon zu Gast. Um 20 Uhr beginnt seine Lesung von „Kein Wunder“.

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