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15:55 18.09.2018
Heitere Gelassenheit: Haiou Zhang in der Christuskirche. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Hannover

Der Titel ist schon fast so interessant wie das Programm: Unter dem Motto „I killed Mozart“ hat Musica assoluta in seinem ersten Konzert der Saison drei Auftragswerke in der Christuskirche präsentiert. Der australische Komponist Jessop Maticevski Shumack, Jahrgang 1997, nimmt deutlich auf die Klassiker-Attacke Bezug: In seinem Stück „Palimpses“ für Streichquartett sind zwischen Klangfetzen und gewaltigen Tremoli immer wieder einzelne harmonisch gesetzte Takte zu hören, die wie der Geist des Ermordeten über diesem Chaos zu schweben scheinen, bevor sie sich am Ende in einem längeren Mozartzitat wieder manifestieren.

„Tenebrae“, das Stück der 1982 geborenen kanadischen Komponistin Keiko Devaux, ist das ruhigste der neuen Werke. Aber auch sie verlangt den Streichern einiges an Technik ab: Die Saiten flirren, kratzen, ächzen und seufzen melancholisch. Diese Dunkelheit ist keine, die einen ruhig schlafen lässt, aber sie hat eine Tiefenschärfe, für deren nähere Erkundung sich ein häufigeres Anhören auf jeden Fall lohnt. Die Taiwanesin Ling-Hsuan Huang, geboren 1991, hat ein heiteres Flickwerk aus Melodien und Stimmungen für ein achtstimmiges Ensemble aus Streichern und Bläsern geschrieben. Der Schalk blitzt hier an allen Ecken und Enden hervor und lässt keinen Zweifel aufkommen: Mozart lebt, zumindest hier und heute Abend.

Das war auch schon im ersten Teil mit Orchesterwerken von Mozart selbst zu erleben: Die temperamentvolle Spielfreude der jungen Musiker verleiht den Stücken etwas Erfrischendes. Der Pianist Haiou Zhang wiederum scheint ein Meister des Understatements zu sein. Er spielt das Klavierkonzert Nr. 21 mit einer gelassenen Heiterkeit ohne Pathos und Allüren.

Seinen vollen Zauber entfaltet das Orchester bei der „Jupitersinfonie“ – auch mit verbesserter Klangbalance: Zuvor waren die tiefen Streicher etwas zu massiv und die wunderbaren Naturhörner und -trompeten nicht deutlich genug zu hören.

Am 19. Januar spielt Musica assoluta im Kleinen Sendesaal unter anderem Werke von Helmut Lachenmann.

Von Juliane Moghimi

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