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Musik Australian Pink Floyd: Tourauftakt mit „All that you love“
Nachrichten Kultur Musik Australian Pink Floyd: Tourauftakt mit „All that you love“
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00:16 05.03.2019
Mit überlebensgroßem Lehrertyrann auf der Bühne: The Australian Pink-Floyd-Show beim Auftakt der Deutschlandtournee 2019 in Hannover. Quelle: Irving Villegas
Hannover

Man kann Bekanntes covern und trotzdem aktuell sein. Beim Auftakt zur Deutschlandtournee der Australian Pink-Floyd-Show in Hannover flimmern zu „Brain damage“ Bilder von Donald Trump mit Saudis, von Theresa May und Marine Le Pen über die Bühne. In dem Stück war die Textzeile „I´ll see you on the dark side of the moon“ 1973 namensgebend für das Durchbruchsalbum von Pink Floyd, aus dem auch die Zeile „All that you love“ stammt, der Titel der aktuellen Tournee der Aussie-Floyds. Es ist mittlerweile die zwölfte Produktion der Formation in 31 Jahren.

Pompöser Konzeptrock, spektakuläre Lasershows und tanzende überdimensionale Puppen zur Musik der wohl bekanntesten Pink-Floyd-Tributeband, die das musikalische Erbe der Briten um Roger Waters und David Gilmour live am Leben hält. Wir zeigen die besten Bilder in einer Galerie.

Pink Floyd waren mit ihrem Konzeptrock nicht nur stilprägend für eine ganze Musikepoche, sie setzten als erste Synthesizer als zentrale Instrumente ein, experimentierte früh mit (damals: analogen) Soundsequenzern und E-Drums. Aber die Technikverliebtheit war stets mit Inhalt gefüllt: mit Sozialkritik an erniedrigenden Schulen, an atomarer Aufrüstung, Falklandkrieg und Kommerz.

Ist das Kunst – oder Kunsthandwerk?

Da liegt die Frage nahe: Ist es nicht Kommerz, das Lebenswerk der zerstrittenen Band für reine Covershows zu vermarkten? Ist es noch Kunst – oder eher Kunsthandwerk, wenn Stücke möglichst dicht am Original gespielt werden? Andererseits: Bei Orchestern, die Beethoven, Bach oder Bruckner möglichst original spielen, stellt diese Frage auch niemand.

Die Aussie-Floyds zelebrieren das Original mit Witz und rosa Känguru

Und die Aussies zelebrieren das Original mit Witz. Statt des fliegenden rosa Schweins, das Pink Floyd seit der „Animals“-LP begleitete, zeigt sich stets ein rosa Känguru auf der Bühne. Und beim Intro zu „Wish You Where Here“, wo im Original Fernsehbilder der Siebzigerjahre durchgezappt werden, erscheinen bei der Down-Under-Version Motive von Outback-Trappern, von AC/DC, Men at work und anderen Aushängeschildern des Kontinents. Das Publikum goutiert es applaudierend.

Die Band um Sänger Chris Barnes, Bassist Ricky Howard (der das Intro „Mama Loves You Baby“ exzellent singt), Gitarrist Steve Mac und Tastenmann Jason Sawford hat im Backround-Chor wieder eine Rarität dabei: Lorelei McBroom, die schon 1987 bis 1989 bei Pink Floyds Konzerten auf der Bühne stand, trägt beim schwierigen „Great Gig In The Sky“ das stimmstarke Vocalsolo vor. Seit 2011 begleitet sie treu die Australier – das Publikum goutiert ihren Einsatz mit lautem Zwischenapplaus.

Pink-Floyd-Sound leidet in ausdrucksstarken Passagen

Allerdings leidet in solchen Passagen der Sound spürbar. Ob es an der Swiss-Life-Hall mit ihrer Sporthallenakustik liegt oder daran, dass die Anlage an ihre Grenzen gerät, ist schwer auszumachen. Die Stärken des Sounds jedenfalls liegen eher in den klaren Arrangements vor allem der „Wall“-LP, während die Spielfreude insbesondere bei den älteren Hits wie „Shine On You Crazy Diamond“, „Welcome To The Machine“ oder „Time“ zu spüren ist.

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Die spektakulären Laser- und Soundeffekte aber entschädigen für zeitweilige Klangmängel der gut zweieinhalbstündigen Show. Bei „Another Brick In The Wall“ tanzt ein überlebensgroßer Lehrertyrann auf der Bühne, zum Ende des zweiten Set ist es das typische, fast zehn Meter hohes Plastikkänguru, und die Band absolviert ihr Konzert mit hoher Präzision. Die erfolgreich eingeforderten Zugaben „Run Like Hell“ sowie „Comfortably Numb“ powern druckvoll. Vorher kamen auch fast vergessene Stücke zur Aufführung wie etwa des „See Emily play“ von der zweiten Floyd-Single aus dem Jahr 1966 oder „When You’re In“ vom siebenten Studioalbum „Obscurde By Clouds“ (1972), aber natürlich auch „Time“ oder „Money“ von der „Dark Side...“-LP (1973) und sowieso etliche Hits des „The Wall“-Albums (1979).

Roger Waters und David Gilmour weiter im Streit

Fast täglich sind die Aussie-Floyds im März in Deutschland zu sehen, danach geht es direkt weiter nach Frankreich. Und so lange die noch lebenden Protagonisten der Originalband ihre Eitelkeiten nicht beilegen und Roger Waters und David Gilmour nicht mehr gemeinsam auftreten, wird man wohl mit Tribute-Bands vorlieb nehmen müssen. Dann ist es gut, dass sie ihr Handwerk verstehen.

Von Conrad von Meding

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