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Musik Konzert-Tipps: Das läuft im März auf Hannovers Club-Bühnen
Nachrichten Kultur Musik Konzert-Tipps: Das läuft im März auf Hannovers Club-Bühnen
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20:36 14.03.2019
Geht auch ’ne Nummer kleiner: Chefboss war schon beim Festival auf der Plaza, jetzt geht’s ins Musikzentrum (29. März) Quelle: Promo
Hannover

2019 wird für Hannover ein Rekordjahr, was die Open-Airs und die Großkonzerte in der Tui-Arena angeht. Es ist leicht, dabei zu übersehen, dass auch die kleinen Bühnen boomen. Hier eine Auswahl für den März.

Die 17 April-Tipps von Ozaka Bondage bis Alice Phoebe Lou ... Folgen Sie mir unauffällig hier entlang.

Killedbycar 5.3. Kulturpalast

Sie waren mal Punks, vielleicht erklärt das den Bandnamen: Wer ist alt genug, sich an die Angefahrenen Schulkinder zu erinnern? Inzwischen hängt am Punk der Band Killedbycar aus dem polnischen Bydgoszcz auch ein bisschen Electro/Disco-Deko. Das wird bunt und laut im Kulturpalast. Und es wird auch Polnisch gesungen. Anspieltipp: „Thinking of You“.

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Döll / 7.3. Lux

Döll, Darmstadt, Depri? Nein. Man kann das schon mal als besonderes Merkmal herausstellen, wenn ein Rapper nicht zwanghaft nur um seine schwere Kindheit kreist. Der Sound auf dem ersten Soloalbum „Nie oder jetzt“ ist trotz überraschender Effekte betont oldschool. Döll kann großmäulig genauso wie schmallippig, schnell und langsam. Selbstbeschreibung des Stils: „So wie Max Herre, nur nicht ganz so.“ Anspieltipp: die Studiosession der Brüder Mädness und Döll von 2017.

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Moritz Krämer / 8.3. Faust

Moritz Krämer hat Vertrach. Seit Anfang Februar. So heißt sein Doppelalbum: „Ich hab einen Vertrag unterschrieben 1&2“. Krämers gesungene Geschichten sind Wortduschen, belebend, wärmend, irgendwie reinigend. Der Mann, der das Filmemachen studiert hat und an Berliner Bühnen Theatermusik macht, erklärt sich ganz gut in diesem Video des Songs „Um raus zu sein“, das quasi mit einer publikumsöffentlichen Probe beginnt. Immer schön geduldig dran bleiben, denn es wird immer besser.

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Inda Nielsen & Band / 8.3. Pavillon

Man muss mit hannoverschen Bassisten ab Anfang März Nachsicht haben. Sie schlafen nachts nicht mehr gut und schleppen sich unter fortschreitendem Konturverlust durch die Tage bis zum 8. März. Der Grund steht dann am Abend endlich auf der Pavillon-Bühne: Ida Nielsen. Ida wer? Nielsen. Dänin, Funkphänomen, Groovegöttin, Slap-Professorin – Daumenkino (Bassisten wissen, was gemeint ist). Seine Hoheit Prince beschäftigte die Bassistin von 2010 bis zu seinem Tod 2016 in seiner Leibgarde, auch bekannt als The New Power Generation. Der Anspieltipp: Eine Studiosession mit ihrer aktuellen Tourband.

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Jools Holland & Guests / 9.3. Musikzentrum

Jools Holland? Ja, der Jools Holland von der TV-Show „Later with Jools Holland“, seit 1992 im BBC-Programm (und in ZDF-Digital-Sparten, die prinzipiell eher unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgestrahlt werden). Ein Phänomen. Eine Legende. Aber in Deutschland eigentlich immer ein Phantom am Piano geblieben. Holland hat mit den Größten des Pop auf der Bühne gestanden. Und sie kratzen an der Studiotür, um einen der begehrten Auftrittsplätze bei „Later...“ zu bekommen. Jetzt kommt Holland mit Big Band ins Musikzentrum. Wir unterstreichen die Dringlichkeit der Empfehlung mal mit ein paar Großbuchstaben: DAS IST EINE ONCE-IN-A-LIFETIME-GELEGENHEIT! Anspieltipp: Schon ein bisschen älter, aber deshalb nicht kälter: Jools Holland begleitet Eric Clapton.

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Clickclickdecker / 15.3. Lux

Man kann Kevin heißen, und trotzdem wird alles gut. Nehmen wir zum Beispiel: Kevin Hamann. Gitarrist, Sänger, Radiomann, einer von den Typen, die ohne Rampenlicht leuchten. Meister der Miniatur, mit großartigen Ideen in kleinen Sätzen. Ein Abend mit Zuhör-Pop und Mitwipp-Luxus im Lux. Kostprobe: „Sozialer Brennpunkt“, live bei TV Noir.

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Cashmo & Twin / 17.3. Lux

„Welcome to Hate“ heißt die gerade erschienene EP der Rapper Cashmo & Twin. Schwulenfeindlich, frauenverachtend, gewaltverherrlichend, autobegeistert, drogenexperimentierfreudig, gewinnorientiert ... Schon vergessen? Die wichtigste kulturelle Funktion von Hip-Hop ist es, die Eltern zu ärgern. Geht richtig gut mit denen hier. Anspieltipp: Der Auftritt beim Splash!-Festival 2017.

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Milliarden /21.3. Musikzentrum

Diese Band ist so Berlin, dass es juckt. Ben Hartmann und Johannes Aue, die Milliarden-Barden, geadelt durch Tourneen mit Ton Steine Scherben, Auftritte bei „Inas Nacht“ und einen Oskar-Roehler-Film. Eine Rio-Reise durch das Land des rausgekotzten Zeilengolds à la „Kokain und Himbeereis“. Anspieltipp: „Rosemarie“, eine Session im Studiobus beim Kosmonaut-Festival 2018.

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Bengio / 24.3. Lux

Ein Rapper, dessen gesungene Refrains ohne Autotune in tune sind, Melodien ohne Melodyne – das allein verdient schon einen Tipp in dieser Sammlung. Und dass man Bengio wegen nur eines Duetts mit Yvonne Catterfeld („Irgendwas“) nicht gleich verdammt. Da sind gute Songs, unblöde Texte, zufliegende Mädchenherzen, eine ausverkaufte Show im viel zu kleinen Lux. Das Einzige, was dem Mann aus Fulda jetzt noch fehlt, ist ein Wikipedia-Eintrag. Wirklich. Gibt’s nocht nicht! Anspieltipp: „Perfeqt“ vom Herbst 2017.

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Emilia Anastazja / 25.3. Kulturpalast

Nicht alles ist schlecht in diesem Internetz, über das alle nur noch maulen: Die Baselerin Emilia Anastazja hat an der Swiss Jazz School studiert und dann vor zwei Jahren eine Crowd-Funding-Kampagne fürs Debütalbum gestartet. Da steht doch tatsächlich: „Jeder Rappen zählt!“ Zusammengekommen sind knapp 10.000 Franken für unbezahlbare Musik. Jetzt stellt Emilia Anastazja ihre Version des Nu Soul im Kulturpalast vor. Anspieltipp: „Sometimes“, eine Soloperformance in der (eigenen?) Küche.

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Beans on Toast / 27.3. Lux

Jemand, der seinen Musikstil Folk/Antifolk nennt ...? Jemand, der seit 2005 jedes Jahr das Glastonbury Festival eröffnet ...? Jemand, der seit zehn Jahren jedes Jahr zu seinem Geburtstag am 1. Dezember ein neues Album veröffentlicht ...? Jemand, dessen Alben von Frank Turner produiziert werden ...? Genug gefragt. Die Antwort lautet: HIN DA! Der Beans-on-Toast-Anspieltipp spricht für sich: Sofar-Konzert in London, zwar schon vier Jährchen alt, aber unsterblich schön und direkt.

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Kafvka / 27.3. Béi Chéz Heinz

Wenn’s nach mir ginge, wäre das hier die Trailer-Musik für alle Talkshows von Lanz über Will bis Maischberger: „Alle hassen Nazis“. Die Band dazu heißt Kafvka. Konnte sich nicht entscheiden zwischen Franz Kafka und MTV-Ansager Markus Kavka. Der Sound: 90-Corssover-Rap-Rock wie weiland Wehland mit den H-Blockx. Drei, zwei, eins –Heinz! Anspieltipp? Natürlich „Alle hassen Nazis“.

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Aki Takase Japanic / 28.3. Jazz-Club

Avantgarde mit Ansage: Die in Berlin lebende japanische Pianistin Aki Takase macht den Jazz-Club auf dem Lindener Berg zum musikalischen Large Hadron Collider. Mit Saxofonist Daniel Erdmann, DJ Illvibe, Drummer Dag Magnus Arvesen und Bassist Johannes Fink werden Töne und Geräusche auf 99 Prozent der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und dann in der Improvisationskammer zur Kollision gebracht. Donner und Blitz –wenn’s gut läuft, entsteht dabei ein Higgs-Boson-Beat. Anspieltipp: Eine Session im Opus Jazz Club in Budapest.

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Chefboss / 29.3. Musikzentrum

Das Dancehall-Kollektiv Chefboss mit Sängerin Alice Martin und Tänzerin/Choreografin Maike Mohr hat schon 2017 bei der N-Joy-Star-Show auf der Expo Plaza sein Partypotenzial unter Beweis gestellt. Jetzt kommen die Hamburger auf der „Hol dein Freak raus“-Tournee mit einem abendfüllenden Programm ins Musikzentrum. Anspieltipp: „Zombie Apocalypse“ mit Blaskapelle.

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Phela / Lux (VERLEGT: neuer Termin am 26.9.)

Phela –bürgerlich Raphaele Beer – hat im Lux fast ein Heimspiel. Sie ist jetzt zwar Berlinerin, aber sie hat mal um die Ecke, in Linden, gewohnt, als sie an der Musikhochschule Jazzgeige studierte. Einigermaßen holterdipolter ist sie umgezogen und hat, so ist zu lesen, damals ihr schon abgenutztes Klavier auf die verschneite Alte Bult getragen, mit weißer Farbe übergossen und darauf zum Abschied „Lavendel“ gesungen. Es soll ein Video davon geben, dass Talentsucher von Sony Music gesehen und sie daraufhin unter Vertrag genommen haben. Hätten wir’s, würden wir’s zeigen. Haben wir aber nicht, daher dieser Anspieltipp: „Leerlauf“.

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Von Volker Wiedersheim

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