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Musik So war das Konzert von Rabea bei Feinkost Lampe
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00:16 04.03.2019
„Komm hol das Cello noch mal raus“: Stefan Littmann (v. l.), Rabea Bollmann, Fabian Huch und Elin Bell. Quelle: Johanna Stein
Hannover

Wir wissen nicht, wie all diese Leute zum Rabea-Konzert bei Feinkost Lampe gekommen sind am Donnerstagabend. Vielleicht getrampt oder mit dem Mofa. Oder schwarz mit der Bahn? Jedenfalls sind Rabea Bollmann ziemlich viele hinterhergefahren, gut 100 wahrscheinlich. So viele, dass sie bei Lampe irgendwann ein Schild vor die Tür gestellt haben. Ausverkauft. Kein Wunder: Sie spielte Cello.

Das Cello – da hören die Leute anders hin

Bemerkenswertes Instrument in der Popmusik. Danke, Udo Lindenberg, für die Vorlage! Durch schiere Anwesenheit auf der Bühne kann es den Ton für einen Abend setzen, noch bevor der erste Ton darauf gespielt ist. Die Leute gucken, und dann hören sie anders zu. Wacher und genauer, vielleicht sogar ein Spur ehrfürchtig, empfänglich für Elegisches.

Glücksgriffe mit Oopmph!

Weil so ein Cello aber einiges an Platz auf der Bühne braucht, müssen Cellistin und Sängerin Rabea Bollmann und ihre Band bei Feinkost Lampe eng zusammenrücken. Und auch das hört man an an diesem Abend. Singer/Songwriter-Sound, mit viel Gefühl und weniger BPM, gänzlich ohne Lagerfeuerklampf, aber dem Nachweis, dass das Cello als gezupftes Rhythmusinstrument jederzeit für eine Gitarre einspringen kann. Bollmann, Elin Bell und Stefan Littmann (beide Keys, Gesang) sowie Fabian Huch (Gitarre, E-Schlagzeug) füllen jeden Kubikzentimeter Raum mit sattem Ooomph, mit schwerem synthetischem Bass, den flirrenden Reflexionen von Klavier und E-Gitarre und mit Satzgesängen im dichten Formationsflug wie die Jets der Patrouille de France bei einer Flugshow in den Siebzigerjahren.

Liebe-Leid-und-Leidenschaft-Lieder

Der Sound ist zuckersüß, das Konzert klingt nicht nach Kellerclub, sondern viel größer, sogar ein bisschen erhaben bei Liebe-Leid-und-Leidenschaft-Liedern wie „Silent“, „No Limit“ und „Excuse Me“ (Mix: Willi Dammeier vom Institut für Wohlklangforschung). Und erst recht bei den beiden Nummern, die nur darauf warten, als heimliche Hits entdeckt zu werden: „I Choose You“ und „Ask For the Moon“. Die sind Glücksgriffe. So ein bisschen wie ein Geschenk, bei dem man weiß, dass man es bekommt, ohne dass man es verdient hat.

Wie gut, dass die schmucke Präsentation von Talent, Virtuosität und Elektrotechnik immer wieder mal ins Authentische gebrochen wird. Nämlich erstens bei Rabea Bollmanns Moderationen, die sich mit Mauerblümchenattitüde glaubhaft und vielfach dafür entschuldigt, dass ihr das Tour-Endspiel vor dem Heimspielpublikum so großen Spaß macht. Und zweitens bei der Zugabe „What Abaout“, die sie nicht mehr verkabelt auf der Bühne, sondern mitten im Raum zwischen den Zuschauern spielen. Keine Technik mehr, nur noch vier Stimmen, ein Shaker und, natürlich!, das Instrument des Abends: Komm hol das Cello noch mal raus und spiel so schön wie früher!

Hier die Zugabe (die Videos zeigen wir mit Zustimmung der Band).

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Von Volker Wiedersheim

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