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Musik So war The War on Drugs im Capitol
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00:15 25.08.2018
The War on Drugs am Dienstagabend im Capitol in Hannover. Quelle: Clemens Heidrich
Hannover

Ein paar ungläubige Blicke sind im Publikum schon auszumachen: Einen solchen Abend haben einige der Besucher nicht erwartet. Die amerikanischen Indie-Rocker The War on Drugs haben es im Capitol richtig krachen lassen. Sie schafften es tatsächlich, die Atmosphäre von Festivals in den Saal zu übertragen.

Nun hat das Capitol kein Cabriodach, das sich einfach öffnen lässt und den freien Nachthimmel preisgibt. Die Band um Gründer und Sänger Adam Granduciel überrascht vielmehr damit, ihre sonst eher getragenen, episch anmutenden Titel als echte Rocksongs festivalmäßig zu arrangieren. Spätestens beim dritten Stück „Pain“ vom aktuellen Album „A Deeper Understanding“ hat der fleißige Musikarbeiter die Fans vor der Bühne für sich gewonnen. Ein Ping-Pong-Spiel, denn auch die sechs Musiker scheinen sich von der guten Stimmung animieren zu lassen. Der Spaß ist ihnen anzusehen.

Das Rockkonzert von The War of Drugs in Hannover in Bildern.

Mit dem Album „A Deeper Understanding“, das die Band auf ihrer Tour unters Volk bringen will, hat der Bandgründer und Komponist eigentlich ein besonders chilliges Werk geschaffen. Im Capitol ist das anders. Hier gibt es Partystimmung. Das Publikum tanzt und klatscht. Abwechselnd vornüber gebeugt oder leicht im gebeugten Knie die Gitarre bearbeitend, verlässt Granduciel den Platz am Mikrofon lediglich für seine zahlreichen Soli. Sie sind die Höhepunkte des Abends und der Bandleader nutzt jede Chance dazu. Keine Spur mehr von der leichten Depressivität, die in von gut zehn Jahren ereilt hatte. Hier ist der Beweis, warum „A Deeper Understanding“ in diesem Jahr den Grammy in der Kategorie „Bestes Rock-Album“ erhalten hat. Und Granduciel scheint jeden seiner Akkorde zu genießen.

Jedem Stück mit seinem leicht psychodelischen Sound und einem kleinen Schuss Südstaatenrock à la Bruce Springsteen ist die Akribie anzumerken, mit der der Bandleader versucht hat, etwas besonderes herauszuholen. „Ich bin nicht besessen von irgendeinem Geist“, sagte Granduciel in einem Interview über seinen Arbeitseifer. „Ich habe einfach nichts anderes in meinem Leben.“

Gegen Ende kehrt The War on Drugs mit „Thinking of a Place“ wieder zu den gewohnt sphärischen Klängen des neuen Albums zurück. Die Fans sind verzückt und wollen möglichst lange weiterfeiern. Doch die Band verlässt nach fasst zwei Stunden ohne Zugabe die Bühne. „Wenn man tiefer gehen will, muss man sich mehr Zeit nehmen“, ist eine Lehre, die Granduciel mit dem neuen Album transportieren will. Nach Meinung vieler Fans, die mit Pfiffen das abrupte Ende quittierten, hat die Band diesen Satz selbst noch nicht verstanden.

Von Uwe Kranz

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