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Musik So waren RAF Camora und Bonez MC in der TUI Arena
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00:15 11.03.2019
Die große Palme und das Krokodil bestimmen die Bühne von RAF Camora und Bonez MC. Quelle: Uwe Kranz
Hannover

Wenn die Jungs der 187 Straßenbande in der Stadt sind, bedeutet das auch immer eine besondere Aufmerksamkeit der Sicherheitsorgane. Denn das Gebaren von Bonez MC, Gzuz, LX, SA4 und Maxwell rund um aufgetunte Luxusautos, Waffenfetisch und Drogenkonsum ist eben allem Anschein nach nicht nur Klischeepflege fürs Geschäft und viele der Fans nehmen die Vorbilder allzu sehr beim Wort. Auch die aktuelle Tour von Bonez MC gemeinsam mit RAF Camora steht deshalb unter sehr genauer Beobachtung der Gesetzeshüter.

Einem Konzert wie dem in der Tui-Arena am Donnerstagabend ist da fast schon routinemäßig eine Großkontrolle der Fans durch die Polizei vorgeschaltet – zu recht, wie ein strenger Duft in der Arena während des Konzerts ein ums andere Mal vermuten lässt. Beim Stopp in München hatten die Beamten sogar den Backstage-Bereich und die Tourbusse des Duos im Visier. Die stete Auseinandersetzung mit der Staatsmacht pflegt aber auch das Gangsta-Image der Straßenbande, genauso wie der eine oder andere Haftaufenthalt von Gzuz und Co. Schon vor dem Konzert in Hannover registrierte die Polizei 25 Drogendelikte unter den Besuchern.

Gangstarapper längst Teil des Mainstreams

Und was auch immer das über die Jugend im Land aussagt: Erfolgreicher als jetzt könnten die so gefeierten „Speerspitzen des Deutschrap“ Bonez MC und RAF Camora nicht sein. Das erste sogenannte Kollaboalbum „Palmen aus Plastik“ stürmte 2016 die Spitze der Charts. Der zweite Teil dieser Zusammenarbeit mit dem gleichen Titel soll die Umsätze jetzt noch toppen. Längst sind die selbst ernannten Hasser des Mainstreams diejenigen, die ihn verkörpern, und sich mit den bewährten Stilmitteln, Grenzüberschreitung und Provokation, auch sicherlich noch eine Zeit dort halten werden.

In der Tui-Arena tanzen und hüpfen die beiden Rapper unter einer großen Plastikpalme herum, aus deren Blättern teils künstlicher Nebel, teils Flammen entsprühen – und 9000 Fans in der Halle tanzen und hüpfen mit ihnen. Die neuen Themen sind die alten, da braucht man bei Songtiteln wie „500 PS“, „Prominent“ oder „Kokain“ nicht viel Fantasie. Zu süd- und mittelamerikanischen Rhythmen rappt der Chef der Chef der Straßenbande gemeinsam mit seinem aus Wien stammenden Kollaborateur. Das macht gute Laune. Die Stimmung ist überschäumend und immer wieder skandieren die Fans in Sprechchören den Namen ihrer Idole: 187.

Doch eine Bande wäre keine, wenn die anderen Mitglieder Bonez MC und RAF Camora nicht unterstützen würden. Und so tauchen sie immer wieder neben dem überdimensional großen künstlichen Krokodil auf der Bühne auf und machen das Konzert so zu einem gefeierten Straßenbanden-Einsatz – „Nie ohne mein Team“, wie alle zum Ende gemeinsam sprechsingen.

Von Uwe Kranz

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