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Musik 1600 Fans feiern mit Prinz Pi im Capitol
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07:15 12.03.2018
Der Rapper Prinz Pi lässt im Capitol die Arme von 1600 Fans zum Takt schwingen. Quelle: Johanna Stein
Hannover

 Dr. Jekyll und Mr. Hyde kennen das, Schurke Two-Face aus der Welt der DC Comics kennt das sowieso, und auch Prinz Pi ist mit dem Konzept vertraut: Alles hat zwei Seiten. Der früher als Prinz Porno bekannt gewesene Berliner Friedrich Kautz wandelte sich vom Underground-Hip-Hopper zum gefühligeren Pop-Rapper ­– was ihn in der Szene nicht unbedingt beliebter machte. Eine  zweiseitige Medaille ziert auch das Cover seines neuen Albums „Nichts War Umsonst“, das Prinz Pi vor 1600 Fans im ausverkauften Capitol vorstellt.

So bekannt und abgedroschen wie die zwei Seiten der Medaille sind leider auch viele Themen, die Prinz Pi in seinen neuen Songs aufgreift. Donald Trump ist US-Präsident (doof), wir beschäftigen uns nur noch mit Selbstdarstellung auf Instagram (auch doof), aber irgendwie ist das Leben ja doch was Feines (immerhin): alles viel zu oft gehört, gelesen, gesehen. Neue Ideen zu viel Besprochenem bleibt Pi schuldig.

1600 Fans feiern am Freitagabend mit dem Rapper Prinz Pi.

Sein poppiges, die Individualität vergötterndes Formatradiostück „Original“, das er zusammen mit Mark Forster aufgenommen hat, klingt, als wäre es von Jan Böhmermann  –so wie dessen Satirepopstück „Menschen Leben Tanzen Welt“. Kalendersprüche wechseln sich hier ab mit Weisheiten wie „Coolness kann man sich nicht kaufen“. Ja, Donnerwetter! „Pathos ist ein Gewürz“, sagte Prinz Pi kürzlich in einem Interview. Das richtige Abschmecken ist ihm bei „Nichts War Umsonst“ nicht gelungen.

Auch musikalisch nähert sich Prinz Pi mit seinen seichten Piano- und Gitarrentönen den Kollegen um Forster und Co. immer mehr an, inklusive „Ooooh ooooh“-Gedudel, mit dem selbst die Rapparts in Songs wie „Meine Welt“ und „Hellrot" unterlegt sind. Im Capitol kommt der stellenweise gelangweilt runtergesungene Stadionchor-Popsound gut an, die jungen Zuschauer - Prinz-Porno-Fans der ersten Stunde dürften sich darunter kaum finden - schwenken die Arme im Takt, beweisen mitunter längeren Atem und mehr Textsicherheit als Kautz selbst. Sie scheinen keine der beiden altbekannten Prinzenrollen zu vermissen, weder Porno noch den Pi der vergangenen Alben, der sich als arroganten Intellektuellen, als neuen Nietzsche inszeniert und über so viele Deutschrapkollegen erhoben hat.

„Ich hab‘ noch niemals irgendwo reingepasst“, beginnt das namensgebende Stück „Nichts war umsonst“. Das stimmt sicher nicht.

Von Johanna Stein

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