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Musik So waren die Editors in Hamburg
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00:18 04.04.2018
So waren die Editors in Hamburg. Quelle: Uwe Kranz
Hamburg

 Tom Smith betritt die Bühne als wäre es die Wohnküche eines alten Bekannten. Ein flüchtiger Gruß ins Publikum – dann beginnt er das düstere Spektakel: Die britische Indie-Rockband Editors nehmen die Zuhörer im ausverkauften Mehr! Theater am Großmarkt in Hamburg mit auf eine Zeitreise, die bis zu den Ursprüngen des New Wave führt. Die Sounds von Joy Division und den frühen REM, mit denen die fünf Musiker in ihren Anfangszeiten oft verglichen wurden, haben die Editors in den vergangenen 15 Jahren weiterentwickelt. Diese Mischung mit flottem Indie-Rock macht die Düsternis des Alternativ-Rock der frühen Achtziger auch 2018 für die Fans erfahrbar. Das aktuelle Album „Violence“ erreichte in Deutschland Platz sechs der Charts. 

Mit einem ihrer rockigsten Songs „Hallelujah (so low)“ steigen Russell Leetch (Bass), Ed Lay (Schlagzeug), Justin Lockey (Gitarre) und Elliott Williams (Synthesizer) gleich voll ein. Dabei sind die Lieder der Band nichts für fröhliche Jubelfeste. Tod, Krankheit und Verlust bestimmten die Texte, und selbst in dem extrem tanzbaren „Papillon“, bei dem sich die Fans während einer extra langen Version verausgaben dürfen, mahnt Tom Smith: „Fühle die Liebe, bevor sie verloren ist.“

Auf keinen Hit seit der ersten Veröffentlichung von „The Back Room“ im Jahr 2005 müssen die Fans auf der aktuellen Europatour verzichten. „Munich“, „A Ton of Love“ aber auch neue Songs wie „Cold“ versetzen das Publikum in düstere Verzückung. Mittelpunkt der Show ist Tom Smith – der Star auf der Bühne ist allerdings die durchdringende Bariton-Stimme des Sängers, mit der er mehrere Oktaven abdeckt.

Das waren die Editors am Ostersonnabend im Mehr! Theater in Hamburg. 

Klare Sicht auf Tom Smith und die anderen Musiker haben die Zuhörer im Publikum allerdings selten. Eine Menge künstlichen Nebels hüllen die Band trotz einer Bühnenausleuchtung in kräftigen Farben in geheimnisvolle Schwaden. Und als sich der Sänger mit dem obligatorischen schwarzen Hemd zur Zugabe allein an Klavier setzt und „No Sound but the Wind“ haucht, hat der eine oder andere Fans im jetzt fast andächtigen Zuschauerraum sogar eine Träne der Rührung im Auge. 

„Tryin’ to get more“ heißt die letzte Zeile der fünften Zugabe „Marching Orders“, die die Fans in Dauer-Wiederholschleife bis zum letzten Ton des Songs mitsingen. Und es klingt wie ein Auftrag, mehr aus seinem Leben zu machen. Direkt nach diesem letzten Song können sie sich auf den Heimweg machen und gleich damit anfangen.

Von Uwe Kranz

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