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Kultur Lorenz Stassens Thriller „Blutacker“
Nachrichten Kultur Lorenz Stassens Thriller „Blutacker“
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00:17 06.01.2019
Thrillerautor Lorenz Stassen Quelle: Michael Schäfer
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Hannover

Es bleibt dabei: Geld regiert die Welt. Das ist auch im zweiten Band von Lorenz Stassens Krimiserie um den jungen Kölner Anwalt Nicolas Meller so. Aus dem chronisch erfolglosen Juristen ist inzwischen ein gefragter Strafverteidiger geworden. Die geliebte Playstation hat er endgültig an den Nagel gehängt, genau wie sein Engagement in einer Kneipen-Fußballmannschaft.

Stattdessen residiert Meller jetzt mitten in Köln in einer repräsentativen Kanzlei, hat mehrere Angestellte und frönt seiner neuen Leidenschaft für luxuriöse Autos. Dass er bei alldem nicht völlig durchdreht, dafür sorgt seine Freundin, die Jurastudentin Nina, die bei ihm als Referendarin arbeitet. Sie ist eine bildhübsche und selbstbewusste junge Frau, der allerdings seit der Geburt der rechte Arm fehlt. Eine Behinderung, die anders als in „Angstmörder“ im zweiten Band „Blutacker“ kaum noch eine Rolle spielt.

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Die Welt ist für den Nicolas Meller also in Ordnung, sieht man mal von seinen Bankschulden ab. Aber dann erfährt er, dass kürzlich ein Paketbote überfallen und ermordet wurde, und das einzige Paket, das dabei geraubt wurde, war an ihn adressiert. Ein Zufall? Wohl kaum. Fast gleichzeitig erhält er einen lukrativen Auftrag von dem wohlhabenden Baron von Westendorff und glaubt damit endgültig das große Los gezogen zu haben. Doch durch den scheinbar harmlosen Auftrag gerät er langsam, aber stetig in ein wahres Netz aus Intrigen, Korruption und schwerster Kriminalität. Und schließlich selbst in größte Gefahr.

Die Geschichte, die Stassen dann inspiriert vom Kölner Klüngel entwickelt, ist spannend und flott geschrieben. Und man merkt ihr an, dass Stassen ein routinierter Drehbuchautor für Krimiserien ist. Allerdings kann man als Leser angesichts des zuweilen arg komplizierten Intrigenspiels schon mal den Überblick verlieren. Dafür ist dann der Schluss umso aufregender und selbst die zwischenzeitliche Beziehungskrise zwischen Meller und Nina erfährt ein schönes Happyend.

Fortsetzung folgt.

Lorenz Stassen: „Blutacker“, Heyne Verlag, 352 Seiten, 12,99 Euro. Der Autor liest am Donnerstag, 10. Januar, um 19.30 Uhr in der hannoverschen Buchhandlung Leuenhagen & Paris, Lister Meile 39.

Von Ernst Corinth