Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur „Nashville“-Star Charles Esten im Capitol
Nachrichten Kultur „Nashville“-Star Charles Esten im Capitol
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:58 28.01.2019
Capitol: Nashville-Star Charles Esten mit Support von Roads and Shoes. Quelle: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

Das Ende ist noch nicht das Ende. Charles Esten hat seinen letzten Song im Capitol gesungen und ist unter dem Jubel von 900 Fans von der Bühne gegangen. Dem Zugabenblock am Mikrofon folgt nun ein weiterer. Draußen vorm Tourbus steht der vollbärtige Amerikaner mit Lederjacke und Wollmütze, schreibt Autogramme, macht Selfies mit dem Fans und hat für jeden einen freundlichen Satz übrig. Kennt man hier eher von Schlagerstars und Volksmusikanten denn von Rockstars.

Der „Nashville“-Star im Capitol

Aber Esten ist auch nur im Zweitberuf Musiker, die meisten Konzertgänger kennen ihn als Schauspieler aus der Country-Serie „Nashville“. Dort spielt der 53-Jährige in der männlichen Hauptrolle den Gitarristen Deacon Claybourne, einen eher melancholischen Gesellen, der auf der Bühne mehr verlässlicher Instrumentalbegleiter als Rampensau ist. Im Capitol ist er der Chef. Was in diesem Fall kein Kunststück ist, denn er ist allein unterwegs, spielt Gitarre, ab und zu Klavier und lässt sich bei einigen Songs von seiner Vorband, dem deutschen Countryduo Roads & Shoes flankieren, das nicht nur optisch an Estens singende Filmtöchter Maddie und Daphne erinnert.

Anzeige

Doch Esten, der mittlerweile selbst in Nashville wohnt, ist nicht für einen Countryabend mit Deacon gekommen. Er spielt Rock 'n' Roll, Songwriterballaden, covert „Purple Rain“ und U2s „One“, berichtet mit dem Mundharmonikahalter um den Hals, wie ihn Bruce Springsteen beeinflusst hat und spielt dann dessen „Thunder Road“.

Natürlich dürfen einige Nummern aus der Serie nicht fehlen, ihnen hat er seine Beliebtheit zu verdanken, darauf warten die Fans. Ohne die Serie würde er vermutlich nicht einmal das kleine Lux nebenan füllen. So aber hat er Gelegenheit, sein aktuelles Projekt vorzustellen, mit dem er sogar im Guinness-Buch der Rekorde gelandet ist. „Every Single Friday“ heißt es. Jeden Freitag hat er einen neuen Song digital veröffentlicht, am Ende waren es 54 Wochen am Stück.

Einige Auszüge gibt es zu hören. Dann dreht er zum Schluss eine Runde durchs Publikum, eine Rollstuhlfahrerin nimmt er lange in den Arm und bedankt sich fürs Kommen. Dann geht’s raus in die Nasskälte vor den Bus. So lange, bis jeder Fotowunsch erfüllt ist. Der Mann arbeitet an der Fanbasis. Wenn er wiederkommt, kann Esten den Deacon in Nashville lassen.

 

Von Uwe Janssen

27.01.2019
Kultur Abschluss des Jubiläumsjahres - Mendelssohns Paulus in St. Clemens
27.01.2019