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Kultur Gesundes Kabarett: Eckart von Hirschhausen im Theater am Aegi
Nachrichten Kultur Gesundes Kabarett: Eckart von Hirschhausen im Theater am Aegi
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11:56 12.03.2019
Eckart von Hirschhausen im Theater am Aegi. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Konsumgesellschaft, Pflegestärkungsgesetz und Klimapolitik: Das sind Themen, die sich gemeinhin nicht für eine Unterhaltungsshow eignen. Sie sind ernst. Der Umgang mit ihnen sollte ernsthaft sein. Dass Comedy sie dennoch nutzen kann, vielleicht sogar nutzen muss, das hat Eckart von Hirschhausen jetzt im Theater am Aegi unter Beweis gestellt.

Eckart von Hischhausen im Theater am Aegi

Wenn das Leben endlich ist, wann fangen wir endlich an zu Leben? Das ist die Kernfrage seines siebten Solo-Programms „Endlich“. Wenn von Hirschhausen vor dem Klimawandel warnt – „Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen merkt und die letzte, die etwas dagegen tun kann“ – dann wird es ruhig im Theatersaal. Keine Pointe. Und doch weiß er sein Publikum sofort zurück in die Leichtigkeit zu holen: Auf der Bühne wird mit Seilen gezaubert, das Publikum lauscht einem Loblied auf die Weinbergschnecke und übt sich im Beckenbodentraining. Es ist ein erstaunlicher Mix aus ernsten Botschaften, wissenschaftlichen Informationen und Witzen, die mit zarter Ironie serviert nur selten zu flach ausfallen. Und dieser Mix funktioniert.

Zwischen Haha und Aha

Seit 30 Jahren steht von Hirschhausen, der einst als Kinderneurologe gearbeitet hat, als „Medizinischer Kabarettist“ auf der Bühne. Schnell merkt der Zuschauer: Da ist jemand erwachsen geworden. Selbstbewusst, gelassen, spontan agiert der 51-Jährige zwischen Komik und Mission. Dass im Foyer Organspendeausweise verteilt werden, passt dazu. „Bei Immobilien kann man Eigenbedarf anmelden“, scherzt von Hirschhausen. „Organspende hat etwas von Eigenbedarf abmelden.“ Die Pointen sind nicht neu, aber eine gern genommene Belohnung für ernstere Gedanken.

„Das ganze Leben ist Improvisation. Oder haben Sie schon einmal gelebt?“, fragt von Hirschhausen und ruft dazu auf, das Kind in sich nicht zu verlieren. Die biologische Programmierung laute „Vermehr dich und verzieh dich!“. Alles andere habe jeder selbst in der Hand. Und so überrascht es nicht, dass rund 1000 Menschen im Theater mit Luftballons spielen und in das Lied „All you need is less“ einstimmen. Von Hirschhausen fordert, ohne zu überfordern. Der Zuschauer bewegt sich zwischen „Haha“- und „Aha“-Momenten und lässt sich gern von einem authentischen Idealisten mitnehmen, der in Begleitung von Pianist Christoph Reuter sogar gut singen kann.

Zeichen von Größe

„Ich glaube, es gibt etwas Größeres als mich. Darauf hoffe ich“, sagt von Hirschhausen beim Finale zwischen Ohrensessel und Lagerfeuer auf der Bühne. Das Publikum scheint diese Ansicht beim Applaus nicht zu teilen – und hat wohl doch verstanden, was der lustige Herr Doktor damit gemeint hat.

Von Carina Bahl

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