Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Kultur So war Linkin-Park-Frontmann Mike Shinoda in der Swiss Life Hall
Nachrichten Kultur So war Linkin-Park-Frontmann Mike Shinoda in der Swiss Life Hall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:15 09.03.2019
Mike Shinoda in der Swiss-Life-Hall. Quelle: Frank Wilde
Anzeige
Hannover

Er steht ganz allein am Keyboard auf der Bühne. „It doesn’t even matter how hard you try”, singt Mike Shinoda die berühmten Zeilen von Linkin Parks „In the End“ und helle Lichter flackern hinter ihm.

Das war das Konzert von Mike Shinoda in der Swiss-Life-Hall

Es geht um’s Versuchen und Versagen in diesem Lied, und es scheint wie geschrieben für diesen Moment. Bevor Linkin-Park-Leadsänger Chester Bennington sich das Leben nahm, sang er den Refrain, heute machen das die 2000 Zuschauer in der Swiss-Life-Hall. „Fragt nach Hilfe und redet darüber, wenn es euch auch so geht. Es gibt viele Menschen, die wollen, dass ihr bitte bleibt“, sagt Shinoda. Es ist ein berührender Moment, einer von wenigen. „Ich will, dass ihr an die Musik denkt, die er geschaffen hat. Wir sollten das feiern“, sagt Shinoda und die Zuschauer jubeln.

„Wir hatten Nackenschmerzen vom Headbangen“

Der gelernte Illustrator war bei Linkin Park immer etwas wie der Konterpart zum charismatischen Bennington: Wenn Bennington die Nähe zu den Zuschauern suchte, stand Shinoda (Spitzname „The Glue“) am Mischpult. Er machte die Beats, war für die Rap-Parts zuständig – der ruhige Part im Hintergrund.

Lesen Sie auch: Eine Video-Übersicht von 15 Clubkonzerten in Hannover im März

In der Swiss-Life-Hall ist er nun der, der Nähe zu den Zuschauern sucht, er bedankt sich für selbstgebastelte Plakate und erzählt kleine Geschichten. Etwa von seiner Klavierlehrerin, die ihm empfohl die Klavierstunden zu skippen, um sich mit Keyboard und Sampler an eigenen Mash-Ups zu probieren – ein guter Rat. Oder von Keith Flint von The Prodigy, der sich vor wenigen Tagen das Leben nahm: „Elektronische Musik war noch nicht angekommen in den USA, da verbreitet sich plötzlich ein Video von The Prodigy“, erzählt Shinoda „wir hatten schnell Nackenschmerzen vom ganzen Headbangen“.

Melodische Hooks und Midtempo-Beats

Die Verzweiflung und Hilflosigkeit nach Benningtons Suizid hat Shinoda auf seinem Solo-Album „Post Traumatic“ in Worten und Midtempo-Beats verarbeitet. In alter Linkin-Park-Crossover-Manier mischt Shinoda Hip Hop, Pop und Rock. Die Texte sind gefühlvoll und direkt, es gibt kaum Metaphern oder andere Verfremdungsstilmittel – man weiß immer sehr genau, was er meint.

Neben den neuen Songs, spielt Shinoda am Dienstag in der Swiss Life Hall auch alte Linkin-Park-Lieder wie „Papercut“. Die Zuschauer freut’s, sie jubeln, viele tragen Fanshirts aus den Nullerjahren. Man merkt aber auch, dass Shinoda die Balance im Crossover nicht alleine halten kann. Die Lieder wirken teilweise unausgereift, Rap-Parts schließen eher unbeholfen an melodische Hooks an. Wirklich gut ist er, wenn er etwa Lieder von Fort Minor, seinem Hip-Hop-Soloprojekt, rappt.

Ein neuer Sänger für Linkin Park?

Wie es mit Linkin Park weitergeht, ist weiter unklar. Mit einem neuen Sänger zu arbeiten, ist für Shinoda denkbar, wie er vor wenigen Wochen in einem Radio-Interview bestätigte. Aber: „Ich möchte nie das Gefühl haben, dass wir Chester ersetzen“.

Mehr zum Thema: Linkin’-Park-Sänger Mike Shinoda im HAZ-Interview: „Trauer passiert zufällig“.

Von Kira von der Brelie

Francis Fukuyama zählt seit seinem Essay zum „Ende der Geschichte“ zu den bedeutendsten Politikwissenschaftlern in den USA. Am Montagabend war er zu Gast im Literarischen Salon der Leibniz-Universität – und das mit seinem neuesten Buch „Identität – Wie der Verlust der Würde unsere Demokratie gefährdet“.

08.03.2019

Der Österreicher ist auf Kleinkunstbühnen ebenso aufgetreten wie als Sportkommentator vor großen Fernsehpublikum – und in kühnen Mischformen aus Kabarett und Sportbericht wie dem „Ausgefallenen Sport-Studio“.

06.03.2019
Kultur Kultserie „Ein Herz und eine Seele“ - „Ekel Alfred“ lebt im Theater am Aegi auf

Die Siebzigerjahre-Kultserie „Ein Herz und eine Seele“ hat es als Theaterstück „Ekel Alfred“ auf die Bühne des Theaters am Aegi geschafft. Nach zwei Episoden steht fest: Es kann nur einen geben. Aber auch: Besser hätte eine Kopie des Fernsehklassikers nicht ausfallen können.

06.03.2019