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Region Konzert mit iNtrmzzo im Kulturzelt Hannover
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11:25 29.04.2019
Stimmstarkes Quartett: Das Ensemble iNtrmzzo. Quelle: Linda van den Broek
Hannover

Die knallorangen Bauarbeiterhelme auf der Bühne fallen sofort auf. Noch bevor die Gruppe iNtrmzzo aus Holland ihre Show im Kulturzelt Hannover beginnt, geben die Sänger einen deutlichen Hinweis: Allzu beschaulich wird es hier nicht zugehen. Als die vier Herren dann mit „Let’s Get Started“ von The Black Eyed Peas auftreten, wirken sie wie die Man in Black in Grau, und das Publikum bebt angesichts von so viel Coolness. „On the road again“ heißt die aktuelle Bühnenshow des Ensembles, eine – wie die Sänger selbst es beschreiben – Mischung aus Lieblingshits, die man in voller Lautstärke aus dem Autoradio dröhnen lassen sollte.

Zotiger Humor

Cindy Lauper, Sting, Queen, Mr. Mister, Fleetwood Mac und Billy Joel: Die Liste der gecoverten Künstler ist lang und illuster, die Spannweite der Interpretationen reicht von anrührend bis albern. Der Ideenreichtum der Holländer scheint dabei grenzenlos. Mit ihren Zungen, die Mandolinen parodieren, schmachten sie die Filmmusik zu „Der Pate“, zu „Suicide is painless“ werden Malerspachtel mit Messer, Flaschenöffner und Drumstick bearbeitet. Den größten Coup aber landen iNtrmzzo mit besagten Bauarbeiterhelmen, die sie sich aufsetzen, um sich anschließend gegenseitig mit verschiedenen Plastikröhren darauf zu schlagen – eine überaus originelle Version von Mike Oldfields „Tubular Bells“. Zwischen den Stücken gibt es jenen leicht zotigen Humor, für die die Fans das Ensemble so lieben.

Gesangliche Schwächen

Gesanglich hingegen vermögen die vier Herren nicht komplett zu überzeugen. Gut möglich, dass die streckenweise arg auf Hall eingestellten Mikrofone dazu beitragen, aber intonatorisch sind einige deutliche Schwächen zu hören. Am auffälligsten misslingt das Zusammenspiel von Lead und Background bei Cindy Laupers Hit „True Colors“, aber auch bei manchen schnelleren Songs wie „Landslide“ von Fleetwood Mac wollen die Akkorde nicht immer so recht einrasten. Bei den Stücken, wo die Beatmaschine nicht zum Einsatz kommt, entsteht so mancher emotionale Moment, etwa bei Billy Joels „And so it goes“ oder „I’m yours“ von Jason Mraz. Aber an andere A-cappella-Interpretationen dieser Hits reichen iNtrmzzo wegen der hörbaren Unsauberkeiten im Close Harmony nicht heran.

Der Stimmung im Zelt tut das jedoch keinen Abbruch. Beim fulminanten Abschluss des Konzerts mit Dan Hartmans „Relight my fire“ und Coolios „Gangsta’s Paradise“ hält es das Publikum nicht mehr auf den Plätzen. Das Gesamtpaket stimmte wohl an diesem Abend.

Am Mittwoch, 1. Mai, 20 Uhr, singt das Ensemble Stile Antico in der Markuskirche. Die A-cappella-Woche dauert bis zum 5. Mai

Von Juliane Moghimi

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