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„ABC der Demokratie" mit Heinz Bude im Schauspiel Hannover

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15:55 25.10.2019
Der Soziologe Heinz Bude beim „ABC der Demokratie“ auf der Cumberlandschen Bühne. Quelle: Kerstin Schomburg
Hannover

Die Frage nach der Identität ist für das Theater von erheblicher Relevanz. Gerade auch in Hannover. Als zweite Premiere zum Spielzeitauftakt gab es Tschechows „Platonow“ als „Platonowa“ mit Frauen in Männerrollen. Und vor wenigen Tagen hat sich die kluge Dramaturgin Friederike Schubert in der originellen neuen Reihe „Senf dazu“ mit einem jungen Mann von Hannovers queerem Zentrum Andersraum getroffen, der in seinem ersten Leben eine Frau war. Die beiden haben sehr witzig die Frage „Welche Toilette passt zu mir?“ erörtert und dabei sanft und eindringlich nach sexuellen Identitäten gefragt. Und nun war ein Fachmann für Identität im Theater zu Gast: der Soziologe Heinz Bude.

Gastgeber Ijoma Mangold sprach mit ihm auf der Cumberlandschen Bühne über das Thema Identität. Weil Bude gerade ein Buch zum Thema „Solidarität“ herausgebracht hat, schien ihn das Gemeinsame und Verbindende allerdings mehr zu interessieren als das Besondere und Ausschließende, das Identitätsbemühungen zugrunde liegt. Zwar zog er Starautoren wie den Soziologen Erving Goffman und Norbert Elias zu Rate, aber am Ende landete er doch immer wieder in Ostwestfalen. Aus dieser Gegend, einer der produktivsten Regionen Deutschlands, stammt Bude, und sie zieht er gern als Beispiel heran, wenn er etwa über die „Wir-Resonanz im Regionalen“ räsoniert.

„Es wird ungemütlich werden“

Gastgeber Ijoma Mangold („Ich fühle mich als Gegenpart immer besonders wohl. Bei ihnen gerate ich allerdings ins Schwimmen, weil mir Ihre Position nicht klar ist“) versucht den Soziologen immer wieder zum Thema Identität zurückzubringen. Was nicht einfach ist. Bude schwärmt („Die letzten zehn Jahre waren das Paradies“), Bude mahnt („Uns ist die Zukunft abhanden gekommen“), Bude warnt („Es wird ungemütlich werden“), und Bude klagt an („Das Investitionsverhalten der Unternehmen ist fast schon kriminell“).

Der Begriff der Identität aber bleibt ihm suspekt. „Uns wechselseitig in unseren Eigenheiten anzuerkennen, ist nicht das Hauptproblem der Gesellschaft“, sagt er.

Am 21. November wird im „ABC der Demokratie“ der Buchstabe „J“ erreicht. Ijoma Mangold spricht dann mit Deborah Feldman über das Judentum.

Von Ronald Meyer-Arlt

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