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Region Diese acht sollen Hannover zur Kulturhauptstadt 2025 machen
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Acht neue Köpfe für die Kulturhauptstadt: Hannover verstärkt das Bewerbungsteam

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18:58 05.02.2020
Die neuen Mitglieder im Bewerbungsteam: Benjamin Förster-Baldenius, Robin Höning, Cagla Ilk, Thomas Posth, Lotte Lindner, Till Steinbrenner, Jean Peters und Aljoscha Bergrich (v.l.). Quelle: Hannover
Hannover

Hannover macht es anders. Während die meisten Städte, die sich bisher am Rennen um den Titel Europäische Kulturhauptstadt beteiligt haben, eine Künstlerischen Leiterin oder einen Künstlerischen Leiter berufen, die oder der die Inhalte koordiniert und sich um den Erfolg der Bewerbung kümmert, wird in Hannover ein Leitungsteam mit vielen künstlerischen Querdenkern installiert.

Das Kulturhauptstadt-Team um die Teamleiterinnen Inga Samii und Melanie Botzki präsentiert jetzt acht Künstler, Kulturmanager und andere Experten als Verstärkung des bestehenden Teams, zu dem sechs ständige Mitarbeiter sowie die Berater Oeds Westerhof und Heli Meisterson gehören. Diese Vielfalt passt zum Markenkern der Bewerbung, zum Begriff der Agora. Die Agora war im antiken Griechenland der zentrale Versammlungsplatz einer Stadt. Der Ort, an dem an ins Gespräch kam und Meinungen austauschte.

Zum Gespräch gebeten werden jetzt der Dramaturg Aljoscha Begrich, der Architekt Benjamin Förster-Baldenius, der Stadtplaner Robin Höning, die Kuratorin und Dramaturgin Çağla Ilk, das Künstlerpaar Lotte Lindner und Till Steinbrenner, der Politikwissenschaftler und Aktionskünstler Jean Peters und der Dirigent Thomas Posth.

Neue Wege der Vermittlung

Viele von ihnen sind in Hannover bestens bekannt: Aljoscha Begrich gehörte unter dem Intendanten Lars-Ole-Walburg zum Dramaturgenteam des hannoverschen Schauspiels, Thomas Posth findet als Gründer des Orchesters im Treppenhaus stets neue spannende Wege der Vermittlung von klassischer Musik. Robin Höning ist Geschäftsführer von endboss. Die hannoversche Projektschmiede stellt sich so dar: „Wir realisieren urbane Parallelwelten und erzählen dreidimensionale Geschichten, indem wir uns und andere bewegen. Weil die Stadt uns allen gehört. Dafür machen wir uns gerne die Hände schmutzig.“

Auch Lotte Lindner und Till Steinbrenner präsentieren Kunst gern an Orten, die gemeinhin als nicht so kunstaffin gelten. Beim Festival „Theaterformen“ waren sie an Aufführungen auf dem Dach des holländischen Pavillons und auch an Lesungen in einem Bordell beteiligt.

Keine Berührungsängste

Dreierlei dürfte sicher sein: Die neuen Leute im Team haben starke Ideen. Sie haben keine Berührungsängste. Und sie werden die Stadt aufmischen.

„Mit unseren Neuzugängen erweitern wir unsere Bewerbung um neue Perspektiven. Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit und sind uns sicher, dass wir ein überzeugendes Bid Book abgeben werden“, sagt Melanie Botzki.

Nun wird erst mal all das gemacht, was das Agora-Prinzip verlangt: Arbeitsgruppen werden eingerichtet, Gespräche geführt, Think Tanks installiert. Und zwar sowohl innerhalb des Bewerbungsteams als auch mit Vertretern der Stadt und der Kulturszene. „Gemeinsam werden konkrete Projekte entwickelt, um ein lokales, nationales und europäisches Publikum anzusprechen“, heißt es in einer Mitteilung aus dem Büro des Oberbürgermeisters.

Klare Konzepte

In der zweiten Phase der Bewerbung, die Hannover im Dezember erreicht hat, nachdem das erste Bid Book von der Jury angenommen wurde, geht es um klare Konzepte für einzelne Projekte. Das Gesamtprogramm mit etwa 500 Projekten und zehn Großprojekten wird erst entwickelt werden, falls Hannover den Titel „Kulturhauptstadt 2025“ gewonnen haben sollte.

Das zweite Bid Book, an dem jetzt gearbeitet wird, muss am 31. Juli 2020 in Berlin abgegeben werden. Zwischen dem 21. und 23. September 2020 entscheidet die Jury endgültig, welche Stadt Kulturhauptstadt Europas 2025 wird. Kurz zuvor wird eine Delegation der Jury die Bewerberstädte für jeweils einen Tag besuchen.

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