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01:15 15.04.2019
Herbert Pixner Projekt im Pavillon Quelle: Sepp Pixner
Hannover

„Lost Elysion“, das neue Album des Herbert Pixner Projekts, ist auch auf Vinyl erschienen: hochwertig gepresst auf zwei orange gefärbten Langspielplatten. Das korrespondiert gut mit der darauf veröffentlichten Musik. Die vier Musiker aus Süd- und Osttirol schöpfen aus den Traditionen ihrer Heimat, ihre Weltmusik ist bunt, lebensfroh und zupackend und mit hohem Anspruch handwerklich und kreativ umgesetzt. Sie ist ausufernd und phantasievoll, aber niemals kitschig.

Das Cover des Albums zeigt eine Vision jenes verlorenen Paradieses, auf das sich der Titel bezieht, eine fern schimmernde Insel der Seligen. Und da es mit Effektfolie beschichtet ist, die es dreidimensional wirken lässt, verschwimmt das Motiv ein wenig vor den Augen, lässt sich schwer fokussieren. So ähnlich ist das auch mit Pixners Kompositionen. Jenseits von Festlegungen erlauben sie ein intuitives Eintauchen mit halb geschlossenen Augen.

Die Euphorie der 350 Gäste im Pavillon lässt vermuten, dass viele bereits Fans sind und genau wissen, dass Pixners Stücke in keine Schublade passen, sondern eher als Wolpertinger quer auf der Kommode stehen. Das Eröffnungsstück „Electrifying Overture“ zeigt Motive und Möglichkeiten auf, verarbeitet Einflüsse aus dem Alpenraum und Südamerika zu internationaler Folklore, Rock und Jazz. Der folgende „Perchtentanz“ fügt Balkanklänge und Klezmer hinzu.

Dabei erweisen sich die Instrumente als Konstante, die auch wildeste Interpretationen fasst. Pixner spielt vor allem eine Steirische Harmonika, aber auch Flügelhorn, Euphonium, Klarinette oder Saxofon, seine Schwester Heidi Harfe, Werner Unterlercher Bass und Manuel Randi akustische und elektrische Gitarren. Alle vier vereinen Sensibilität mit Virtuosität. Vor allem beherrschen sie es, traditionelle Einflüsse zu übertragen. Tango mit Harfe wird ebenso selbstverständlich wie Walzer mit E-Gitarre oder Bossa mit Akkordeon.

Pixner verarbeitet immer wieder sein persönliches Erleben des Alpenraums, wo er auf einem Bergbauernhof aufwuchs und später jahrelang seine Sommer als Senner auf Almen verbrachte. In „Alps“ erzählt er musikalisch von Einsamkeit und Freiheit im Hochgebirge. Er klammert sich bei seinen Kompositionen nicht ans Volkstümliche, weil er es ernst genug nimmt, um damit spielen zu können: respektvoll, aber mit ansteckender Freude und Leidenschaft.

Am Mittwoch, 20. November, gastiert das Herbert Pixner Projekt gemeinsam mit den Berliner Symphonikern im Theater am Aegi.

Von Thomas Kaestle

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