Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Region Mädchenchorleiter Andreas Felber gibt Antrittskonzert als Professor
Nachrichten Kultur Region

Andreas Felber vom Mädchenchor Hannover gibt Antrittskonzert als Professor an der Musikhochschule

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:11 31.10.2019
Andreas Felber ist Nachfolger von Gudrun Schröfel beim Mädchenchor Hannover – und Professor für Chorleitung an der Musikhochschule. Quelle: Foto: Samantha Franson
Hannover

Er hätte es sich wahrlich leichter machen können: Bach, Mendelssohn, Brahms – das läuft immer. Auch ein Opernstoff von Verdi oder Mozart hätte den Richard-Jakoby-Saal in der Musikhochschule locker gefüllt. Aber die trittsicheren musikalischen Pfade, so scheint es, sind nicht die, die Andreas Felber beschreiten will. Und so hat sich der Leiter des Mädchenchors Hannover, der seit 2017 auch an der Musikhochschule lehrt, für sein verspätetes Antrittskonzert als Professor für Chorleitung eine moderne Vertonung des Tristan-und-Isolde-Stoffes ausgesucht: „Le vin herbé“ von Frank Martin.

Von Liebe und Tod

Der Schweizer Komponist hat das weltliche Oratorium für zwölf Singstimmen, sieben Streicher und Klavier zwischen 1938 und 1941 verfasst. Sein Libretto basiert auf drei Kapiteln aus Joseph Bédiers „Le Roman de Tristan et Iseut“ und erzählt, wie sich die Protagonisten aufgrund des titelgebenden Zaubertranks wider Willen verlieben, dann eine zeitlang gemeinsam im Exil leben und schließlich trotz der reumütigen Rückkehr zu ihren eigentlichen Bestimmungen und Verpflichtungen an ihrer Liebe zugrunde gehen. „L’amour et la mort“ – die Liebe und der Tod – sind dabei die stetig wiederkehrenden und alles bestimmenden Vokabeln.

Die deutsche Übersetzung des französischen Originaltextes, dem Publikum dankenswerter Weise als Beilage zum Programmheft zur Verfügung gestellt, stammt aus der Feder des Komponisten selbst. Sie ist ähnlich sperrig wie die zugrundeliegende Musik; die willkürlichen Wechsel der Zeitformen irritieren ebenso wie Martins schwer fassbares Hybrid aus Tonalität und Zwölftonmusik. Sein „style chromatique“ und die über weite Strecken syllabischen Deklamationen der Sänger verleihen dem fast zweistündigen Oratorium eine Gleichförmigkeit, die – gemessen an dem enormen Aufwand für die Musizierenden – etwas Undankbares hat.

Mit Ruhe und Klarheit

Der ohnehin nur halb gefüllte Saal leert sich zur Pause noch einmal merklich, und das ist schade, denn hier wird sehr ordentlich musiziert. Die Riege der jungen Sängerinnen und Sänger hält für jeden Gusto etwas bereit: von der stimmgewaltigen Isolde (Franziska Giesemann), die mit ihrem Sopran den Raum fast sprengt, bis zum samtweichen, ausdrucksstarken Bariton des Schweden Karl Söderström.

Neben den Streichern brilliert Demian Ewig am Flügel. Andreas Felber führt sein Ensemble mit der ihm eigenen Ruhe und Klarheit souverän durch die klanglichen und rhythmischen Untiefen des Werkes und bedankt sich am Ende bei jedem einzelnen Mitwirkenden persönlich. Diese sympathische Geste wirkt ebenso authentisch wie seine Programmauswahl für diesen Abend. Der neue Professor mag es, unausgetretene Pfade zu gehen – und zwar auf Augenhöhe mit seinen Studierenden.

Lesen Sie auch:

Andreas Felber ist neuer Leiter des Mädchenchores Hannover.

Von Juliane Moghimi

Sven Väth ist eine Techno-Legende. Im Capitol beweist der wohl bekannteste Techno-DJ mit 55 Jahren, dass eine Neunziger-Revivalparty nicht immer albern sein muss. Binnen Sekunden bringt er das Publikum zum Tanzen – und das handwerklich auf höchstem Niveau.

31.10.2019

2017 wurde der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel in der Türkei inhaftiert. Im Pavillon hat er nun sein Buch „Agentterrorist“ vorgestellt, in dem er von seiner Zeit als politischer Gefangener berichtet.

31.10.2019

Bei einer Gala in Hannover wurden zum 50. Mal deutsche Programmkinos für herausragendes Programm ausgezeichnet. Die Preisvergabe übernahm Kulturstaatsministerin Monika Grütters, mit von der Partie waren auch Moderator Desimo und Matthias Brodowy.

31.10.2019