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06:09 30.04.2019
Greta Thunberg spricht bei der Klimademonstration „Fridays for Future“. Quelle: Foto: Michael Kappeler/dpa
 

Eigentlich dürfte Greta keine Rolle spielen. Eigentlich sollte nicht sie, sondern das, was sie sagt, im Vordergrund stehen. Greta Thunberg, die 16-jährige schwedische Aktivistin, die den „Schulstreik für das Klima“ initiiert hat, wiederholt, was uns Wissenschaftler in anderen Worten – weniger emotional, weniger eindringlich – schon seit langem versuchen, begreiflich zu machen: dass die Menschheit durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und den damit verbundenen Ausstoß von Kohlendioxid das Leben auf diesem Planeten dramatisch verändern wird.

Der Meerwasserspiegel steigt, Wetterextreme nehmen zu, das Eis an den Polen schmilzt, der Permafrostboden wird tauen und große Mengen Methan freisetzen, die den Klimawandel weiter beschleunigen werden. Küstenregionen werden untergehen, Tierarten werden aussterben, Menschen werden sterben und Millionen werden sich auf den Weg machen, um anderswo zu überleben. Das alles wird geschehen. Das alles hat schon begonnen. Greta Thunberg weist auf etwas hin, das jeder wissen kann, der bereit ist, sich zu informieren.

Sie steht im Rampenlicht

Im Grunde spielt es keine Rollen, wer Greta Thunberg ist. Andererseits: Sie steht im Rampenlicht. Und sie ist anders als die meisten 16-Jährigen. Das weckt Neugier. Die soll nun durch ein Buch befriedigt werden. Als Autoren werden Greta und die anderen Mitglieder ihrer Familie angeführt: ihr Vater Svante Thunberg, ihre Schwester Beata und ihre Mutter Malena Ernman, die eine gefeierte Opernsängerin ist. Hauptautorin ist die Mutter, aus ihrer Perspektive ist das Buch geschrieben.

Greta Thunbergs Popularität wird dem Buch eine hohe Auflage und viele Übersetzungen garantieren. Die Einnahmen aus den Buchverkäufen, so kündigen es die Autoren im Vorwort an, sollen an Greenpeace, an den WWF und an verschiedene Tierschutzorganisationen gespendet werden. Und an einen Verein, der sich für Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzt. Das nämlich ist das zweite wichtige Thema des Buches. Greta Thunberg lebt mit dem Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus, ihre Schwester leidet ebenso wie ihre Mutter Malena Ernman an ADHS. In „Szenen aus dem Herzen. Unser Leben für das Klima“, so der etwas triefende Titel, geht es nicht nur um Probleme der Umweltverschmutzung, sondern auch um Panikattacken, Weinkrämpfe, Essstörungen.

Globales und Privates

„Ausgebrannte Menschen auf einem ausgebrannten Planeten“ heißt ein Kapitel – und das zieht Globales und Privates auf eine durchaus unangemessene Weise zusammen. Sicher, Schülerinnen sollten nicht von Mitschülerinnen gemobbt werden, Lehrerinnen sollten sensibel mit Schülerinnen umgehen, die anders sind als andere Kinder, und Kinderpsychologen sollten treffende Diagnosen stellen. Das ist alles richtig, hat aber mit dem menschgemachten Klimawandel nichts zu tun. Gegen den können auch ansonsten ganz zufriedene Menschen kämpfen.

Malena Ernmann hat das Buch aus lauter Schnipseln zusammengesetzt, die sie „Szenen“ nennt. Man könnte auch Notizen aus der Kladde dazu sagen. Und wie das mit Notizen so ist: Aus manchen ließe sich mehr machen. Und manche sind überflüssig.

Greta Thunberg, Svante Thunberg, Malena Ernman, Beata Ernman: „Szenen aus dem Herzen. Unser Leben für das Klima“. Übersetzt von Ulla Ackermann, Gesa Kunter und Stefan Pluschkat. S. Fischer. 256 Seiten, 18 Euro.

Von Ronald Meyer-Arlt

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