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Capitol: Lena liebt Hannover, Hannover liebt Lena

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00:18 24.06.2019
Lena im Capitol. Quelle: Samantha Franson
Hannover

Lena – das war mal dieses 19-jährige Mädchen, das 2010 den Eurovision Song Contest (ESC) für Deutschland gewann. Aber die Lena, die am Donnerstagabend auf die Bühne des ausverkauften Capitols tritt und mit der „Only Love“-Tour ihr fünftes Studio-Album präsentiert, ist mittlerweile eine 28-jährige Frau, die viel ausprobiert und sich viel (zu)traut. Lena spart sich die Begrüßung, gibt trommelnd den Rhythmus und das Motto des Abends vor: „Wild & Free“.

Die vornehmlich weiblichen Fans, teils selbst junge Frauen, teils von Müttern oder Vätern begleitete Mädchen, begrüßen sie frenetisch. Für Lena sind sie heute Abend alle „Mädels“. Und die wollen mit ihrer Lena feiern. Treibende Beats und Basslinien wechseln sich mit Balladen ab. Nach dem zweiten Song „Scared“ folgt dann doch eine Begrüßung, aber ist es mehr eine Liebeserklärung an Hannover und das Capitol: „Meine Heimat“, schwärmt Lena, „dieser Raum, diese Stadt ist so vertraut.“ Hier hat sie als 15-Jährige eines ihrer ersten Konzerte erlebt, jetzt ist sie selbst der Star.

Bilder des Konzerts

Fast familiär vertraut geht es zu. Die „Mädels“ und auch manche Männer, ob nun Vater oder Freund, singen kräftig mit. Hier im Capitol hängen die Augen von 1600 Fans an Lenas Lippen. Dort draußen verfolgen allein beim Fotonetzwerk Instagram gut 2,8 Millionen Menschen ihr Leben auf und hinter der Bühne. Wer sich so öffnet, erfährt bestimmt neben unzähligen Komplimenten ebenso viele, wenn nicht sogar mehr Anfeindungen und Beleidigungen. Um das durchzustehen, braucht es vermutlich eine dicke Haut und gute Freunde. In „Skinny Bitch“ antwortet Lena auf gehässige Kommentare und sensationsgierige Berichte mit den Zeilen: „Ich bin das Drama so leid, breit für die Kamera zu lächeln, mir ein zweites Ich zuzulegen, weil ich niemand anders sein kann.“

Angekommen bei sich selbst

Sie mag nach Hannover zurückgekommen sein, aber angekommen scheint sie bei sich selbst. Sie ist sportlich, sie flachst und flirtet. Eine junge, selbstbewusste Frau, die ihre eigenen Regeln und Grenzen definiert. Und sich sichtlich wohl in ihrer Haut fühlt. Den „Mädels“ und den paar Jungs ruft sie ermutigend zu: „Ihr seid geil, genauso wie Ihr seid!“

Lena ist erwachsen geworden, und auch ihre Musik hat sich weiterentwickelt. Ob fröhlicher Pop, sinnlicher R&B oder hämmernde Clubsounds – sie springt spielerisch durch musikalische Genres. Und alles klingt dabei selbstverständlich international.

Zur Ballade „If I wasn’t your daughter“(Wäre ich nicht deine Tochter) erzeugt sie ein eindrückliches Bild. Sie sitzt an einem Tisch, ihr gegenüber: ein leerer Stuhl. Das Lied behandelt ihre nicht vorhandene Beziehung zu ihrem Vater, der die Familie verließ, als Lena zwei Jahre alt war. Doch sie bläst nicht lange Trübsal, sondern schreibt sich mit „Dear L“ selbst einen Brief, in dem sie sich ermutigt, an ihre Ambitionen zu glauben.

„Ladys, das ist für Euch.“

Die beiden Tänzerinnen sind eigentlich gar nicht nötig, Lena könnte die Show auch allein am Kochen halten. Aber vielleicht sind sie für die junge Frau auch so was wie Geleitschutz. Den Song „Beat to my melody“ widmet sie allen Frauen in Saal: „Ladys, das ist für Euch.“ Doch so stark und selbstbestimmt Lena ist – bei „Note to myself“ verstummt sie nach wenigen Zeilen und scheint zu weinen. Ihre „Mädels“ lassen sie nicht im Stich und schmettern alle Zeilen so lange, bis sie sich gefangen hat und wieder übernimmt.

Als eine von drei Zugaben stimmt Lena dann doch ihren ESC-Hit „Satellite“ an. Und so laut die Fans jubeln, so deutlich zeigt das Lied, wie viel weiter sie als Künstlerin längst ist. Mit „Thank You“, diesem gesungenen Mittelfinger ans Mobbing, verabschiedet sie sich und verschwindet so schnell, wie sie aufgetaucht ist.

„Ich liebe Hannover“, hat Lena während des Konzerts gesagt. Die Sprechchöre und der Applaus ihrer Fans sind eine eindeutige Antwort: Lena, Hannover liebt dich auch.

Von Dirk Kirchberg

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