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Region Die Chortage Hannover starten in der Christuskirche
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Chortage :Das Auftaktkonzert der Chortage in Hannover mit dem Collegium Vocale, dem Chor molto cantabile und dem Kammerchor I Vocalisti

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15:17 23.06.2019
Das Collegium Vocale mit seinem Dirigenten Florian Lohmann. Quelle: Juliane Moghimi
Hannover

Auf Hannovers Chorszene ist er mächtig stolz: Christian Wulff, Bundespräsident a.D. und seit gut einem Jahr Präsident des Deutschen Chorverbandes, war voll des Lobes, als er am Sonnabend gemeinsam mit dem Intendanten Wolfgang Schröfel die 11. Chortage Hannover eröffnete. Unter den drei hochrangigen Ensembles, die das Eröffnungskonzert in der Christuskirche gestalteten, war selbstredend auch ein Hannoverscher Chor.

Große Musikalität

Es dauerte etwa das halbe „Abendlied“ von Reger, bis sich intonatorisch alles zurechtgerüttelt hatte und die Akkorde auf Anhieb einrasteten. Aber dann lief das Collegium Vocale, das die diesjährigen Chortage Hannover eröffnet hat, zur gewohnten Höchstform auf. Der subtile Klang und die große Musikalität des Ensembles ließen seinem Dirigenten Florian Lohmann alle gestalterischen Freiheiten. So vermochte er bei Benjamin Brittens lebhafter „Hymn to St. Cecilia“ die verschiedensten klanglichen und dynamischen Nuancen seines Chores wie die Register einer Orgel auszuspielen, um nur wenig später die Spannungen der stimmungsvoll schwebenden Dissonanzen in Michael Ostrzygas Musik genüsslich auszureizen.

Die Chöre der Auftaktveranstaltung

Mittelalterliche Kirchenhymnen

Auch beim von Andreas Felber geleiteten Schweizer Chor molto cantabile stand A-cappella-Musik aus dem 20. und 21. Jahrhundert auf dem Programm. Das melancholische „Maria Klag“ von Beat Vögele erinnerte entfernt an mittelalterliche Kirchenhymnen, Knut Nystedts Klassiker „Immortal Bach“ erzeugte die akustische Illusion eines riesigen Doms. Noch mehr beeindruckte jedoch Thomas Jennefelts „Warning to the rich”, bei dem der Chor aus Luzern seine düstere Botschaft an die Reichen dieser Welt vom eindringlichen Flüstern bis zum zornigen Schrei anschwellen ließ.

Zwei aufregende Uraufführungen

„Cantate Domino“, Singet dem Herrn – unter diesem Motto stand der Konzertteil, den der Kammerchor I Vocalisti aus Lübeck unter der Leitung von Hans-Joachim Lustig gestaltete. Gleich vier der sechs mitgebrachten Stücke trugen diesen Titel, darunter zwei aufregende Uraufführungen von Chris Artley aus Neuseeland und Franco Prinsloo aus Südafrika. Bei diesen beiden Stücken und dem gleichnamigen Werk des Letten Ugis Praulins gab es jeweils einen Solopart für Obertongesang, den die Stimmkünstlerin Anna-Maria Hefele mit atemberaubender Klarheit vortrug.

Das Publikum ist begeistert

Durchsichtigkeit im Klang, Homogenität und Intonationssicherheit zeichneten alle drei Chöre aus. Im letzten Stück zeigten sie dem begeisterten Publikum auf, was entsteht, wenn sie gemeinsam musizieren: Josef Rheinbergers „Abendlied“ geriet zum krönenden Abschluss eines grandiosen Auftaktkonzertes.

Weitere Konzerte der Chortage Hannover finden am 27. Juni um 18 und 21 Uhr (Jazz & Pop Night I+II), am 28. Juni um 18 und 21 Uhr (Nacht der Chöre I+II) sowie am 29. Juni um 17 und 20 Uhr (A cappella Konzert I+II) statt. Veranstaltungsort ist an allen Abenden die Galerie Herrenhausen.

 

 Lesen Sie weiter: Die 11. Chortage in Hannover

Von Juliane Moghim

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