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Region Schauspiel Hannover gewährt Einblicke in den „Dark Room“
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„Dark Room“ im Schauspiel Hannover: Uraufführung von Johannes von Dassel im Ballhof 2

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16:02 28.10.2019
Von Höhe- und Tiefpunkten: Amelle Schwerk, Sebastian Nakajew, Sebastian Jakob Doppelbauer in „Dark Room“ im Ballhof 2. Quelle: Karl-Bernd Karwasz
Hannover

Unter den vielen Spielarten der Sexualität gibt es auch diese: Menschen treffen sich in einem schwach bis gar nicht ausgeleuchteten Raum und gehen dort – weitgehend befreit von Scham und anderen Grenzen – ihren Vorlieben in Sachen körperliche Liebe nach. Manche mögen das.

Der Autor Johannes von Dassel sieht im Darkroom, der zunächst vor allem in der Schwulenszene beliebt war, nun aber jedem Geschlecht offen steht, sogar eine Art Utopia. Er widmet dem Ort, in dem der Körper und die Lust im Mittelpunkt stehen, ein Theaterstück. Johannes von Dassel hat mit Menschen gesprochen, die Darkrooms aufsuchen, sie haben ihm von ihren Erfahrungen berichtet, er hat das aufgeschrieben und dem Theater zur Verfügung gestellt.

Berichte aus dem Lustspielhaus

Regisseur Ran Chai Bar-zvi, der auch den Spielort entworfen hat, bringt die Anekdoten aus der Dunkelkammer der Lust mit allen modischen Mitteln, die das Theater so hat, für das Schauspiel Hannover auf die Bühne des Ballhof 2: laute Musik, ein paar heftige Blendeffekte und sehr viel Nebel. Die Schauspieler (Amelle Schwerk, Nils Rovira-Muñoz, Sebastian Jakob Doppelbauer und Sebastian Nakajew) tragen die Berichte aus dem Lustspielhaus mit Charme und Engagement vor.

"Dark Room" Szene mit Sebastian Jakob Doppelbauer und Nils Rovira-Muñoz. Quelle: Karl-Bernd Karwasz

Möglicherweise fühlt es sich für viele Beteiligte wie eine Befreiung an, das Thema Darkroom so frei und offen präsentieren zu können. Aber führt diese Offenheit wirklich nach Utopia? Was sind die Kosten der Überwindung von Tabus, Grenzen und Scham? Hat die Nichterfüllung sexueller Wünsche vielleicht auch Vorteile?

Wie viel Mainstream, wie viel Kitsch zeigt sich in dem schrillbunten Verhalten der Szene, die sich nicht nur beim Christopher Street Day selbstbewusst der Öffentlichkeit präsentiert? Müsste in einer durchpornografisierten Gesellschaft nicht gerade Privatheit und Dezenz gerettet werden?

Solche Fragen stellt die Inszenierung kaum. Sie begnügt sich damit, die Lust zu feiern.

Weitere Vorstellungen am 2., 6. und 24. November im Ballhof 2

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