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Das Ensemble Theatrale Subversion gastiert im Pavillon

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18:35 10.09.2019
Der fliegende Körper ist auch ein flüchtiger Körper: Szene aus „Der flüchtige Körper“ des Ensembles Theatrale Subversion. Quelle: Peter Kreibich
Hannover

Das freie Dresdner Ensemble Theatrale Subversion wirbt für sein Stück „Der flüchtige Körper“, das am Donnerstag im Theater im Pavillon Premiere hat, unter anderem mit dem Foto eines Kindes in einem Schlauchboot: Ein hellhäutiger Junge mit Schirmmütze rudert stolz im flachen Uferwasser. Die Assoziationen rund um das Mittelmeer und nach Europa flüchtende Menschen entstehen sofort, halten sich beim Betrachten aber nur für Sekundenbruchteile.

„Das ist irgendwo im Kroatienurlaub“, klärt Michael McCrae auf, der die Performance gemeinsam mit Romy Weyrauch entwickelt hat. Beide stehen auch auf der Bühne, gemeinsam mit dem Choreografen und Tänzer Salim Ben Mammar. Ein Geflüchteter? Die Welt der konzentrierten Bewegung hat der Choreograf jedenfalls durch die Sportart Parkour betreten – in den Sechzigerjahren von Raymond Belle als effiziente Fluchttechnik für Kriegssituationen entwickelt.

„Wir wollen vom Thema Flucht erzählen, ohne den etablierten Bilderkanon zu bedienen“, sagt McCrae – es gehe eher um eine Auseinandersetzung mit der medialen Bilderflut als mit der ideologisch aufgeladenen Metapher einer Flüchtlingswelle. Welchen Einfluss haben all die wiederkehrenden Klischees auf die Alltagswahrnehmung menschlicher Körper? Sind die fünf jungen, sich auf Arabisch unterhaltenden Männer in der Stadtbahn vielleicht einfach nur Auslandsstudenten?

Spiel mit Identitäten

Bei der Frage nach den öffentlichen Bildermachern, nach Fotojournalisten, Künstlern und Propagandisten jedweder Ideologien, spielen die Theatermacher mit Identitäten, Geschichten und Haltungen – und hinterfragen auch die eigene Praxis. „Es gibt auf Theaterbühnen in Sachen Flucht eine seltsame Repräsentationsproblematik“, sagt McCrae: „Wer spricht? Wer profitiert?“ Sein Ensemble tritt dabei einen entscheidenden Schritt zurück und fragt neben Schlauchbooten auch nach den Handkarren von 1945 und den Trabbis von 1989.

Aufführungen am 12., 13. und 14. September jeweils um 19.30 Uhr im Theater im Pavillon. Tickets kosten 13 Euro.

Von Thomas Kaestle

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