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Die Dropkick Murphys und Frank Turner halten die Swiss Life Hall in Atem

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10:56 13.02.2020
5000 Zuschauer feiern in der ausverkauften Swiss Life Hall mit den Dropkick Murphys. Quelle: FRANSON
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Hannover

Zwei Dinge sind rund um die US-Ostküstenmetropole Boston besonders lebendig geblieben – und vereinen sich in der Band Dropkick Murphys: die Bezüge zur alten europäischen Heimat und die Punkmusik. Besonders die irischstämmige Gemeinde vor Ort feiert ihre Traditionen regelmäßig und ausgiebig. Da ist es kein Zufall, dass sich eine junge Band aus deren Reihen vor fast 25 Jahren nach dem Betreiber einer lokalen Entzugsklinik benannte, nach Dr. John „Dropkick“ Murphy. Und weil es sich gemeinsam besser feiern lässt, haben die keinesfalls müde gewordenen Folkpunks sich für ihre aktuelle Tournee einen eingeladen, dem sie sich nahe fühlen: den Briten Frank Turner mit seiner Band The Sleeping Souls.

Alle an einem imaginären Lagerfeuer

Auch Turner hat seine Wurzeln im Punk, reichert diesen mit einer ordentlichen Portion Folk an und zelebriert in seinen Songs und Konzerten die Gemeinschaft. Er schafft es, alle im Saal um ein imaginäres Lagerfeuer zu scharen. In die ausverkaufte Swiss Life Hall sind 5000 gekommen, die meisten wohl wegen der Dropkick Murphys. Dennoch ist Turner weit mehr als eine Vorband – zumindest aber ist er die exklusivste und effektivste für diesen Anlass. Er hat die Angewohnheit, seine Konzerte zu zählen. Dies hier sei bereits Nummer 2456, verkündet er stolz. Ein anderes vor acht Jahren war die Eröffnung der Olympischen Spiele in London.

So war das Konzert in der Swiss Life Hall

Turner ist in seiner Heimat ein Held. Und wirkt doch aufrichtig, wenn er im Song „Try This At Home“ das Motto des Abends ausgibt: „Es gibt so etwas wie Rockstars gar nicht, es gibt einfach nur Menschen, die Musik machen.“ Also gibt er alles, um eine Stunde lang die Stimmung in der Halle anzuheizen. Er hüpft, tanzt, klettert auf Monitore, reckt die Faust, springt in die Menge, lässt sich auf Händen tragen, organisiert Publikumsbewegungen und Chöre. Turner spielt eine Art Vollgas-Best-Of mit fast nahtlosen Übergängen.

Punkparty in keltischem Rahmen

Die Dropkick Murphys wiederum lassen von der ersten Minute an keinen Zweifel daran, dass sie keinen Fan verabschieden werden, eher der sich nicht 90 Minuten ähnlich verausgabt hat wie die Band. Ihre Show ist laut und schnell. Manche Songs scheinen für Stadien geschrieben, Hymnen, die klingen wie endlose Refrains. Die musikalische Strategie ist simpel, aber ausgesprochen effektiv: Banjo, Mandoline, Tin Whistle, Akkordeon und Dudelsack setzen den keltischen Rahmen, ein unermüdlich wummerndes Schlagzeug, harte Gitarren und rauer Gesang aus mindestens zwei Kehlen feiern darin eine Punkparty.

Nun treten Unterschiede zu Turner zutage: Der kommt aus gutem Hause, hatte ein Stipendium für das College in Eton und hat an der London School of Economics Geschichte studiert. Er bezieht politisch deutlich Stellung gegen Faschismus, glaubt aber an das Gute im Menschen und die Kraft der Individualität. Die Dropkick Murphys hingegen identifizieren sich mit der Arbeiterklasse, mit Großvätern, die in den Docks schufteten und allen sozial Benachteiligten – für die sie vor zehn Jahren eine eigene Stiftung gründeten. Sie geben sich kämpferisch, drohen notfalls wie in „Blood“ mit Straßenschlachten oder verknüpfen im erst zwei Wochen alten „Smash Shit Up“ Rebellion mit Zerstörung und Knochenbrüchen.

Kollektive Ekstase

Bei den Zugaben brechen die Bandmitglieder schließlich die Barriere des Bühnenrands auf und laden Dutzende tanzende Fans zwischen sich ein. Die Hymne „I’m Shipping Up To Boston“, 2006 im Soundtrack von Martin Scorseses Film „The Departed“ weltbekannt geworden, versetzt alle in kollektive Ekstase. Die Worte dazu hat sich die Band von Woody Guthrie geliehen, einem der Paten des American Folk und einem engagierten Klassenkämpfer. Die Membran zwischen alter und neuer Welt ist durchlässig in Boston. Die gesellschaftlichen Herausforderungen gleichen sich aber hier wie da.

Am Dienstag, 18. Februar, ab 20 Uhr spielt die Band Dream Theater in der Swiss Life Hall.

Von Thomas Kaestle

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