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Die tägliche Hannover-Glosse: Lüttje Lage: Zähes Leder

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19:00 25.11.2019
Ronald Meyer-Arlt Quelle: HAZ
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Bald ist wieder Black Friday. Dass das Fest des Konsums nach einem schwarzen Tag der Weltwirtschaft benannt wurde, ist merkwürdig. Begrüßenswert aber ist, dass das allgemeine Kaufvergnügen nicht mehr Schlussverkauf heißt. Schließlich wurde dabei noch nie ein Schluss verkauft. Ganz im Gegenteil.

Ich bin beim Black Friday allerdings nicht dabei. Sorry, aber ich habe schon alles. Danke, aber ich brauche nichts. Neulich habe ich meine alte Lederjacke wieder aufgemotzt. Sie war schon auf dem Weg in den Altkleidersack, da habe ich sie noch mal angezogen und gemerkt, dass sie mir doch noch passt. Ich habe eine Creme gekauft, die das Leder pflegt und die Farbe auffrischt, und die Jacke damit eingerieben. Sie hat es genossen. Ein paar Wochen lang hat sie schwarz geglänzt, dann wurde sie wieder so stumpf wie eh. Immerhin: Sie kann glänzen.

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Das Leder hat seit den Neunzigern ein paar Härtegrade gewonnen. So ist das eben bei Männerjacken. Wenn man die Jacke trägt, ist es kaum zu bemerken. Die Bewegungen werden etwas ruckartig, aber das Leder knarrt kaum. Letzte Woche wollte ich die alte Jacke im Café auf die Bank neben mich gleiten lassen. Erstaunlicherweise war da nichts mit Gleiten. Die Jacke blieb starr und nahm Platz. Sie saß da als umhüllte sie einen Geisterkörper. Unheimlich. Ich hätte sie da so sitzen lassen und ihr einen Kakao spendieren können, aber ich gab ihr einen Klapps und sie fiel in sich zusammen.

Ansonsten bleiben wir gute Freunde. Der taillierte Schnitt, die fetten Schultern, das kommt ja alles wieder. Was einmal hip war, wird wieder hip werden. Und vielleicht gehen wir am Freitag mal in die Stadt.

Von Ronald Meyer-Arlt

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