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Region Dietmar Wischmeyer und Oliver Kalkofe kehren zu ihren Comedy-Wurzeln zurück
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Dietmar Wischmeyer und Oliver Kalkofe im Theater am Aegi

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14:22 13.11.2019
Kaum zitierfähig – aber lustig: Oliver Kalkofe und Dietmar Wischmeyer im Theater am Aegi. Quelle: Frank Wilde
Hannover

Gürgen Ferkulat und Kurt Krampmeier entziehen sich dem bevorstehenden Weltuntergang, indem sie in die alten Zeiten fliehen: „Die Zukunft kann man uns vielleicht nehmen, aber nicht unsere Vergangenheit.“ Damit wäre die Rahmenhandlung von „Radio Weltmission“ bereits zusammengefasst – und der Abend im Theater am Aegi auch darüber hinaus umfassend erklärt. Es fühlt sich an wie ein Klassentreffen, wenn Fans der inzwischen 30 Jahre alten Comedy-Reihe „Die Arschkrampen“ zusammenkommen, um ihre alten Helden mit begeistertem Jubel zu empfangen.

Dietmar Wischmeyer im Theater am Aegi. Quelle: Frank Wilde

Das Programm finde statt in der beliebten Reihe „Klassiker des Fäkalhumors“, kündigt eine Stimme bei geschlossenem Vorhang an. Und in der Tat: Wenn schon der Name der Reihe kaum zitierfähig ist, lassen sich die meisten der zotigen Pointen nüchtern und bei Tageslicht nicht wirklich wiedergeben. Das könnte auch im Dunkeln schnell unerträglich werden, wären Autor und Performer nicht altgediente Profis. Dietmar Wischmeyer und Oliver Kalkofe trafen sich einst in Isernhagen, um mit dem sonntäglichen Frühstxyradio für Radio ffn die Comedy neu zu erfinden. Inzwischen haben sich beide als oft brillante Kommentatoren und Parodisten einen Namen gemacht.

Oliver Kalkofe im Theater am Aegi. Quelle: Frank Wilde

Reise in die Neunziger

„Die Arschkrampen“, eine ihrer regelmäßig von Hunderttausenden gehörten Mini-Serien, ist heute vor allem eine sentimentale Reise in die Neunzigerjahre, ein Rennen um vertraute Gags, mit denen die Fans gealtert sind. Die Anziehungskraft der oft sinnbefreiten Kneipenparolen hat für sie kaum nachgelassen: Das neue Programm ist mit über 2000 Besuchern an zwei Abenden so gut wie ausverkauft. Der Kontrast zwischen den Bühnenhaltungen vor und nach der Pause macht die Zeitreise reizvoll. Zunächst klingen Wischmeyer und Kalkofe nach ihren gereiften Comedy-Persönlichkeiten, während sie ein Hörspiel hinter Stehpulten präsentieren.

Gezielter Unsinn

Im zweiten Teil fliehen sie gemeinsam mit ihren Figuren und Fans zu ihren eigenen Comedy-Wurzeln. Die Gags werden noch unanständiger, die Wortspiele noch platter – aber der biografische Zeitsprung macht Spaß. Es geht um erträumten Sex, um verfügbares Bier und um das überschaubare Leben am Tresen. Der Abend entgleitet gezielt in immer größeren Unsinn, Wischmeyer und Kalkofe reizen die Narrenfreiheit in ihrem Retroformat voll aus. Nachdem die sprichwörtlichen böhmischen Dörfer lallend zu „burmischen Häusern“ geworden sind, beschließen Gürgen und Kurt, sich auf den Weg nach Burmen zu machen, als wäre es Janoschs Panama – nur eben sehr norddeutsch: „Etwas Besseres als den Weltuntergang finden wir überall.“

Am Freitag, 15. November, gastiert um 20 Uhr der Kabarettist Hagen Rether im Theater an Aegi.

Von Thomas Kaestle

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