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Diskussion im Landesamt für Denkmalpflege: Was können wir vom Bauhaus lernen?

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00:17 10.05.2019
Lust am Widerspruch: Conrad von Meding (links), Robert Marlow, Uwe Bodemann, Christina Krafczyk und Tim Rieniets. Quelle: Katrin Kutter
Hannover

Ist das Bauhaus ein historisches Phänomen oder wirken die Ideen der vor 100 Jahren gegründeten Schule noch heute? Eine Antwort auf diese Frage gab es bei einer Podiumsdiskussion im Landesamt für Denkmalpflege schon, bevor überhaupt geredet wurde: Das Interesse an der Veranstaltung, die von HAZ-Redakteur Conrad von Meding moderiert wurde, war so groß, dass die Plätze im Saal kaum ausreichten. Rund 120 Besucher wollten hören, was Stadtbaurat Uwe Bodemann, Christina Krafczyk, die Präsidentin des Denkmalschutzamts, Tim Rieniets von der Leibniz Universität und Robert Marlow, der Präsident der Architektenkammer Niedersachsen, zum Bauhaus zu sagen hatten.

Radikale Vergangenheit

Zunächst bemühte man sich auf dem Podium, die Bedeutung des Bauhauses zu relativieren. Rieniets warnte davor, den Begriff zu verklären, er sei mit Mythen aufgeladen, die wenig mit der historischen Realität zu tun hätten. Zentral sei der Reformgedanke der Schule gewesen, der Versuch, Baukultur mit den Mitteln des Handwerks und der Industrie zu erneuern. „Zugleich war das Bauhaus aber auch ein Irrenhaus, in dem viele sehr unterschiedliche Positionen zusammengekommen sind“, sagte der Professor. Baurat Bodemann erinnerte daran, dass die Entstehung der Moderne, für die das Bauhaus heute beispielhaft stehe, eine breite internationale Entwicklung gewesen sei. Die Radikalität, mit der in Weimar „die Hebel umgelegt wurden“, sei aber schon bemerkenswert.

Konservative Gegenwart

Die Frage, ob der Wille zu etwa radikal Neuem auch im heutigen Bauen zu finden sei, beantwortete Architekt Marlow kurzerhand mit Ja – und erntete damit heftigen Widerspruch von seinem Kollegen Rieniets: „Die Architektur erlebt gerade eine wahnsinnig konservative Phase“, sagte er. „Von der Radikalität von damals sind wir Lichtjahre entfernt.“ Als mögliche Gründe dafür nannte er die starke Regulierung des Bauens, aber auch ein gesellschaftliches Klima mit wenig Willen zur Veränderung: „Bauherren setzen heute eher auf Mainstream als auf Experiment.“

Kritisch betrachtet Denkmalpflegerin Krafczyk das Bauhaus: „Auf lange Sicht zeigt sich, dass ein auf eine bestimmte Funktion ausgerichtetes Bauen nicht immer das Beste ist“, sagte sie. Für Bodemann sind die negativen Folgen solcher Ideen bis heute zu spüren: Die vom Bauhaus propagierte „Funktionalisierung der Stadt“, die getrennte Bereiche zum Wohnen, Arbeiten und Erholen vorsehe, sei heute in gesetzliche Vorschriften gegossen, die den Bedürfnissen der Gegenwart widersprächen: „Wir wollen heute eine funktionsgemischte Stadt“, sagte er. Versuche, diese herzustellen, sei ein Aspekt moderner Architektur und Städteplanung. Ein ästhetischer und gesellschaftlicher Masterplan, wie er den Bauhäuslern vorgeschwebt haben mag, gebe es heute aber nicht. „Wir dürfen nicht alles auf eine Karte setzen“, sagte Bodemann.

Bis zum 23. Juni ist die Ausstellung „Auf dem Weg zum Bauhaus. Das Erwachen der Moderne in Niedersachsen im Landesamt für Denkmalpflege, Scharnhorststraße 1, zu sehen. Geöffnet ist montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr, immer donnerstags um 17 Uhr gibt es eine Führung.

Von Stefan Arndt

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