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Region Filmfestival up-and-coming: Junge Drehbuchschreiber ausgezeichnet
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Drehbuchwettbewerb: Das Finale des ersten Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreises im Literarischen Salon

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13:12 09.06.2019
Jurymitglied und Moderator Sebastian Andrae (Mitte) mit den beiden Preisträgern Erik Zühlsdorf und Mireya Heider de Jahnsen. Quelle: Juliane Moghimi
Hannover

Vor den Fenstern im 14. Stock des Conti-Hochhauses tobt ein heftiges Sommergewitter. Aber drinnen, im Literarischen Salon der Leibniz Universität, hängen die Zuhörer wie gebannt an den Lippen der Synchronsprecherin Sarah Riedel, die in tiefster Verzweiflung flüstert: „Ich hätte in diesem Flugzeug sitzen sollen.“

Mit diesem Satz endet ein Auszug aus dem Drehbuch „Lost Luggage“ von Mireya Heider de Jahnsen. Die Berlinerin erzählt darin die Geschichte zweier Schwestern, die beide als Flugbegleiterinnen arbeiten und von denen eine Opfer eines Flugzeugunglücks wird. Mit ihrem atmosphärisch dichten, hochemotionalen Text gehört sie zu den sechs Finalisten des vom Internationalen Nachwuchs-Filmfestival up-and-coming ausgelobten ersten Deutschen Nachwuchs-Drehbuchpreises – und wird am Ende zu Recht ausgezeichnet. Ebenfalls prämiert wird „Hänsel und Gretel“ von Alexander Nickolai und Erik Zühlsdorf aus Hamburg. Die beiden jungen Autoren erzählen den bekannten Stoff als Horrorgeschichte, die schon beim bloßen Zuhören Gänsehaut erzeugt.

Grenzen zwischen Vorlesen und Schauspiel verschwimmen

Dafür sorgt nicht zuletzt der Vortrag: Mit Ranja Bonalana, Maria Hönig, Sarah Riedel, Timmo Niesner, Leonard Mahlich und Tobias Kluckert hauchen gleich sechs erfahrene Synchronsprecher den Geschichten Leben ein. Vor allem die extrem wandlungsfähige Maria Hönig verwischt dabei immer wieder gekonnt die Grenzen zwischen Vorlesen und Schauspiel. Auch bei den Texten der vier nicht prämierten Finalisten entstehen dadurch eindrucksvolle, lebendige Bilder im Kopf, unter anderem von postpartaler Depression und vom Sterben einer engen Familienangehörigen.

30 Drehbücher wurden erwartet – es kamen 159

Leicht habe es die aus der Filmemacherin Susanne Heinrich, der Produzentin Christine Kiauk und dem Drehbuchautoren Sebastian Andrae bestehende Jury nicht gehabt, erklärt Burkhard Inhülsen von up-and-coming: Statt der erwarteten 30 seien ganze 159 Drehbücher für den Wettbewerb eingereicht worden. Zugelassen waren Lang-, Kurz- und Animationsfilme, solange sie noch nicht verfilmt und die Autoren nicht älter als 27 waren. Für die Auswahl der Finalisten hätte die Jury nicht nach Perfektion gesucht, sondern nach Originalität, einem interessanten Blickwinkel und einer schon jetzt erkennbaren eigenen Stimme. Die Preisträger erfüllen diese Kriterien mit Bravour und werden nun zwei Jahre lang von professionellen Paten begleitet, um ihrem Skript den Feinschliff zu gewähren – und damit am Ende weitere Erfolge zu feiern.

Von Juliane Moghimi

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