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Region Elmar Braß und Tony Lakatos begeistern das Publikum in Hannover
Nachrichten Kultur Region Elmar Braß und Tony Lakatos begeistern das Publikum in Hannover
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14:43 31.03.2019
Hals über Kopf in die Tasten: Elmar Braß. Quelle: privat
Hannover

Der Jazzpianist Elmar Braß liebt hohe Geschwindigkeiten. Beim gemeinsamen Auftritt seines Trios mit dem Tenorsaxofonisten Tony Lakatos im Jazz-Club scheint er sich immer wieder selbst überholen zu wollen. Vor allem beim seinem Gast gewidmeten „Big T“ stürzt er sich Hals über Kopf in die Tasten, lässt sich mit dem Schlagzeuger Christian Schoenefeldt auf ein virtuoses Rennen ein, stets die Blickbeziehung haltend, mit Übermut und offenem Mund alles gebend.

Braß, Absolvent der Musikhochschule Hannover, hat offensichtlichen Spaß an dieser Sache und weiß ihn auf sein Publikum zu übertragen. Er hat dafür einige der profiliertesten Jazzmusiker Deutschlands eingeladen. Lakatos, der aus einer berühmten ungarischen Geiger-Dynastie stammt, spielte seit 1979 auf Hunderten von Alben. Bassist Martin Gjakonovski stammt aus einer mazedonischen Musikerfamilie und ist in ganz Europa mit seinem subtilen, eigenständigen, ungewöhnlich narrativen Spiel gefragt.

Leidenschaft für den Hard Bop

In seinen eigenen Stücken beweist Braß, dass er historische Bezüge, Schwung und jugendliche Frische hervorragend zusammendenken kann. Damit bieten sie für Lakatos hervorragende Gelegenheiten, in seinen kraftvollen Soli aus satten Melodien in Anekdoten und Zitate auszubrechen. Beim von japanischem Whisky inspirierten „Yamaziki 12“ schauen sogar Henry Mancini und Bobby Charles für Sekunden um die Ecke. Die Referenz auf Rhythm and Blues verwundert kaum, weil die Musiker ihre Leidenschaft für den Hard Bop der Fünfziger- und Sechzigerjahre eint.

In dieser Weiterentwicklung des Bebop spielen auch Soul und Blues eine Rolle. Die von Braß und seinen Gästen gespielten Klassiker des Genres beweisen, wie mitreißend diese Kombination auch heute noch sein kann. Vom ersten Moment an ist Lakatos‘ Saxofon präsent und pointiert. Mit Hank Mobleys „This I Dig Of You“ eröffnet die Band den Abend fast atemlos swingend. In Tadd Damerons „Lady Bird“ baut sie geschickt immer wieder Erwartungen auf, die sie nur kurz erfüllt, um dann wider abzuschweifen und Strukturen genüsslich aufzubrechen.

Erstaunlich dauerhaft

Weiteren Stücken von Cedar Walton, Jimmy van Heusen oder Benny Golson entlocken die Musiker Lebendigkeit, Schwerelosigkeit und Poesie, bevor sie das Programm mit „The Eternal Triangle“ von Sonny Stitt ähnlich rasant beenden, wie es begann. Die gespielten Töne überlagern sich, scheinen im Raum zu verbleiben, sich zu verdichten und sich zwischen den begeisterten Zuhörern zu stapeln. Sie erweisen sich als erstaunlich dauerhaft.

Am Donnerstag, 2. Mai, und am Freitag, 3. Mai, spielt Elmar Braß jeweils um 20 Uhr im Trio mit Stephan Abel und Martin Gjakonovski im Kanapee.

Von Thomas Kaestle

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