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Faust-Ausstellung: Ist das Kunst oder kann man das essen?

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11:10 25.05.2019
Timm Ulrichs bei der Einrichtung seiner Getreideinstallation. Quelle: Ronald Meyer-Arlt
Hannover

Selbstverständlich spielen Geschmacksfragen im Kunstbetrieb und auch im Leben eine große Rolle. Aber eben nicht nur. Manchmal zählen auch Fakten. Zum Beispiel das Faktum, dass zuviel Fleischkonsum nicht gut ist, nicht für die Umwelt, nicht für die Mitmenschen und für den Fleischessenden schon gar nicht.

Installation von Helmut Hennig. Quelle: Ronald Meyer-Arlt

Um die Ernährung der immer weiter wachsenden Weltbevölkerung sicherzustellen, müssen neue Proteinquellen jenseits von Fleisch erschlossen werden – etwa Fleisch aus der Retorte oder von Insekten. Buchautoren beschäftigen sich zur Zeit intensiv mit dem Ernährungsthema, und auch an der Börse setzt man große Hoffnungen auf Entwicklungen jenseits von Fleisch. Gerade hat das Unternehmen Beyond Meat, das sich auf Fleischersatzprodukte spezialisiert ist, einen fulminanten Börsenstart hingelegt.

Kornkreis und Tortendiagramm

Die Ausstellung mit dem etwas hochtrabenden Titel „FoodFuturesArt“, die am Sonnabend in der Kunsthalle Faust eröffnet wird, passt also gut in die Zeit. 17. Künstlerinnen und Künstler haben Arthur Clay und Harro Schmidt, die beiden Kuratoren, eingeladen. Mit dabei ist auch Timm Ulrichs. Er gestaltet einen Kornkreis auf dem Boden. Der Wortspielmeister hat für seinen Beitrag zur Nahrungskunstschau die Form eines Tortendiagramms gewählt. Darin platziert er Getreidesorten, gemäß ihrem weltweiten Anbau: 47 Prozent Mais, 31 Prozent Reis, 24 Prozent Weizen und nur ein ganz dünner Streifen Hafer.

Nahrung für Kunsthungrige

Am Ende will er für die Ausstellungsbesucher gemäß diesen Mengenangaben ein Brot backen. Gegessen werden kann überhaupt immer mal wieder bei dieser nahrhaften Kunstschau. So bietet Peter Puype in der Galerie Konnektor (Kötnerholzweg 11) Nahrungsmittel aus Automaten an – darunter auch Fitnessriegel mit Bestandteilen von Insekten.

Nahrung aus dem Automaten: Objekt von Peter Puype. Quelle: Peter Puype

Und der große Tisch mit Beinen aus Supermarktwagen und einer Platte aus Kunststoffresten, den Arthur Clay und Harro Zimmermann im Zentrum der Ausstellung platziert haben, dürfte auch für einige Mahlzeiten zusammen mit (kunst-)hungrigen Besuchern genutzt werden.

Foodfuturesart – Alles, was über den Tisch geht“. Internationales Multimedia- und Performance-Projekt zur Zukunft der Ernährung. Bis Sonntag, 7. Juli in der Kunsthalle Faust.

Von Ronald Meyer-Arlt

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