Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Region Diese zehn Höhepunkte zeigt das Festival Tanztheater International in diesem Jahr
Nachrichten Kultur Region

Festival: Diese zehn Höhepunkte zeigt das 34. Festival Tanztheater International 2019 in Hannover

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
01:15 01.07.2019
„Eigenwillige Bewegungsklarheit“: Szene aus „Set of Sets“ von Guy Nader und Maria Campos. Quelle: Alfred Mauvego
Anzeige
Hannover

Das Festival Tanztheater International soll langfristig eine hervorgehobene Rolle in Hannovers Kulturlandschaft einnehmen. Bei der Vorstellung der diesjährigen 34. Ausgabe, die vom 29. August bis zum 7. September zehn Produktionen aus neun Ländern zeigen wird, war zumindest auffallend viel von der Zukunft die Rede.

Benedikt Poensgen vom Kulturbüro der Stadt war voll des Lobes für die Arbeit von Festivalleiterin Christiane Winter – und beließ es nicht bei guten Worten: „Diese Wertschätzung haben wir jetzt auch finanziell hinterlegt“, sagte Poensgen – der Beitrag der Stadt steigt in diesem Jahr von bisher 135.000 Euro auf nun 160.000 Euro. Diese Zuwendung soll auch für in den kommenden Jahren im Haushalt festgeschrieben werden.

Diese Produktionen kommen zur 34. Ausgabe von Tanztheater International

Man wolle das Festival langfristig weiterentwickeln, sagte Poensgen. Im Kulturentwicklungsplan, der die Kulturszene der Stadt bis 2030 in den Blick nimmt und von dem zuletzt im Zusammenhang mit der Finanzierung der Bewerbung zur Kulturhauptstadt viel die Rede war, werde zwar durchaus „Bewährtes hinterfragt“ – der Tanz und mit ihm das Festival sollen aber ein Schwerpunkt der Förderung bleiben.

Darum beginne man nun auch, einen Generationswechsel bei Tanztheater International anzuschieben. Leiterin Christiane Winter, die das Festival vor 34 Jahren gegründet hat und seither leitet, ist immerhin inzwischen 64 Jahre alt. Winter selbst bemüht sich um eine Nachfolgeregelung, nimmt aber auch die 40. Ausgabe von Tanztheater International 2025 in den Blick – dem Jahr, in dem Hannover Kulturhauptstadt sein könnte.

Die anderen großen Förderer – die Stiftung Niedersachsen, die Sparkasse Hannover und das Land – haben in diesem Jahr ebenfalls zum ersten Mal seit Langem mehr Geld für das Festival bereitgestellt: Winter kann so mit 390.000 Euro planen – rund 44.000 Euro mehr als bisher. Für die Leiterin des als chronisch unterfinanziert geltenden Festivals „eine sehr, sehr große Erleichterung“.

Das Programm der 34. Ausgabe von Tanztheater International

Ein wichtiges Thema ist in diesem Jahr die Reflexion über den Tanz und seine Ausdrucksformen – laut Winter ist eine solche Selbstbespiegelung bei verschiedenen Produktionen der Ausgangspunkt für politische und sozialpolitische Überlegungen.

Was das genau bedeutet, wird in der groß besetzten Eröffnungsproduktion „The Falling Stardust“ des französisch-senegalesischen Choreografen Amala Dianor zu erleben sein sowie im Festivalfinale mit der athletischen Produktion „Set of Sets“ der Choreografen Guy Nader und Maria Campos. Auch „Äffi“, eine kurze Choreografie von Marco Goecke, gehört in diese Kategorie: Winter freut sich, dass der neue Ballettchef der Staatsoper sich mit einem seiner „Signaturstücke“ auch beim Festival präsentiert.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf tanztheatralen Produktionen, die sich ganz jungen oder ganz alten Menschen widmen. Die belgische Gruppe Peeping Tom setzt etwa ihr Theater der Generationen nach „Vater“ und „Mutter“ mit dem Stück „Kind“ fort. Die japanische Tänzerin Kaori Ito beleuchtet in „I Dance Because I Do Not Trust Words“, einem Duett mit ihrem 81-jährigen Vater, das Verhältnis zwischen Tochter und Vater, und die israelische Choreografin Galit Liss bringt in „Go!“ Laientänzerinnen im Alter zwischen 60 und 85 Jahren auf die Bühne.

Eine Art geheime Programmlinie dürften in diesem Jahr die Titel der Produktionen sein, die so schön seien wie noch nie, wie Winter versichert. Eine Produktion des Katalanen Pere Faura, der auch mit seinem Stück „Sweet Tyranny“ zu Gast ist, bringt damit auch die Zukunft des Festivals auf den Punkt: „No Dance, No Paradise“.

Karten gibt es im Künstlerhaus und unter Telefon (05 11) 16 84 12 22.

Mehr zum Thema:

Hip-Hop und Hypnotisches: So war das Tanzfestival 2018

Chrstiane Winter tanzt nicht: Die Organisatorin des Festivals Tanztheater International im Porträt (2010)

Von Stefan Arndt

Von „Bohemian Rhapsody“ bis Gospel: Bei der Jazz & Pop Night der Chortage begeisterten 13 Ensembles das Publikum in der Galerie Herrenhausen – mit Eigenkompositionen, einem „ESC-Medley“, Filmhits und beeindruckenden Beatbox-Einlagen.

01.07.2019

Nan Goldin erhält im Sprengel-Museum den mit 20.000 Euro dotierten Kunstpreis Ruth Baumgarte. Die US-Fotokünstlerin kämpft gegen die Pharmaindustrie.

30.06.2019

Die Tänzerin und Choreografin Amrita Hepi hat sich von Menschen aus Hannover Geschichten zum Tanzen erzählen lassen – und gestaltet daraus eine Performance mit vielen typischen Hannover-Moves.

29.06.2019