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Festival Theaterformen: Aufforderung zum Tanz mit Amrita Hepi

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16:48 14.06.2019
Ein Tanz für Hannover: Amrita Hepi fordert zum Tanz auf. Quelle: Ronald Meyer-Arlt
Hannover

Ja, es gab auch Tränen, aber meistens wurde gelacht, viel gelacht. Das liegt wohl an der Nähe, die bei dieser Theaterarbeit entsteht. Amrita Hepi ist eine besondere Tänzerin, sie tanzt, aber sie spricht auch gern über Tanz und mit Tanzenden. In der Reihe „Ted-Talks“ erklärt sie leidenschaftlich, wieso es sich lohnt, beim Tanzen, die Scham zu überwinden.

Beim Festival Theaterformen, das am Donnerstag, 20. Juni, in Hannover beginnt – und das sich in diesem Jahr vor allem den Theaterformen widmet, bei denen den Zuschauern eine aktive Rolle zukommt – wird sie ein ganz besonderes Projekt präsentierten. Ihre Arbeit „A Call to Dance“ wird zusammen mit den Zuschauern entstehen. Die australische Tänzerinnen lädt die Zuschauer zum Gespräch und entwickelt dann mit ihnen eine Choreografie. Amrita Hepi hat dieses Projekt bereits in fünf Städten, darunter in Melbourne in Australien und in Hammerfest in Norwegen gezeigt – immer sind am Ende ganz andere, ganz besondere Arbeiten entstanden.

Gespräche im Shop

In Hannover hat das Festival für die Tänzerin ein kleines Studio in einem Shop eingerichtet. In der „Galerie für Stadtartismus“, Ballhofplatz 3, wird die Tanzkünstlerin von Sonnabend an interessierte Bürger aus Hannover empfangen und mit ihnen über Tanz sprechen. Jeweils eine Person soll sich etwa eine Stunde mit der Tänzerin unterhalten. Es wird um Erinnerungen an Tanz gehen, um Bewegungsmuster, um den Ausdruck von Gefühlen. Am Ende eines solchen Gesprächs wird Amrita Hepi zusammen mit den Gästen eine kleine Choreografie erarbeiten – ein ganz persönliches Bewegungsmuster. Das muss kein Tanz sein, das können auch nur kleine Gesten oder einige besondere Schritte sein.

Wer Interesse hat, seine Erzählung in Tanz übersetzen zu lassen, kann sich auf der Seite des Festivals Theaterformen dafür anmelden. Die Teilnahme am Gespräch ist kostenlos. Aus den Gesprächen , die tagsüber im Shop am Ballhofplatz stattgefunden haben, wird die Tänzerin dann eine Choreografie entwickeln, die sie an den Nachmittagen jeweils um 17 Uhr präsentiert. Auch diese getanzten Tagesergebnisse werden an verschiedenen Tagen an verschiedenen Orten der Stadt, am Kröpcke, am Ballhofplatz und vorm Neuen Rathaus aufgeführt. Aus all diesen Tänzen, die aus Gesprächen entstanden sind, wird Amrita Hepi dann eine große Performance destillieren, die zweimal bei den Theaterformen gezeigt wird: am 26. und 27. Juni im Ballhof 2. Da wird dann das Konzentrat der Tanzgeschichten aus Hannover zu sehen sein.

Virtuosität spiele keine Rolle

Bei „A Call to Dance“ ist Amrita Hepi bereits mit vielen Besuchern über Tanz ins Gespräch gekommen. Ein Thema, erzählt sie, würde dabei immer wieder eine große Rolle spielen: das Gefühl, nicht am richtigen Ort zu sein, das Gefühl, fern von dem zu sein, was vielleicht gerade wichtig, hip und angesagt ist. Dieses und andere Gefühle setzt sie dann zusammen mit ihren Gästen in Bewegungen um. Dabei geht es überhaupt nicht darum, gut tanzen oder sich anmutig bewegen zu können. Virtuosität spiele keine Rolle, sagt die Tänzerin: „Es geht nicht darum, eine Ballerina zu sein.“

Freude am eigenen Körper

Bei der persönlichen Arbeit mit denjenigen, die ihr Geschichten über Tanz erzählen, komme sie immer wieder mit der Grundidee von Tanz in Berührung: Es geht um Freude. Freude an der Bewegung, Freude am eigenen Körper. Manchmal ist das eine starke Erfahrung, manchmal fließen dabei Tränen. Und für Amrita Hepi ist diese intime Arbeit mit den Zuschauern auch etwas, das ins große Ganze zielt: „Wenn man es persönlich nimmt, streift man auch das Universelle“, sagt sie.

Das hat sie vor einigen Jahren in Australien auch mal ganz direkt versucht: Dort hat sie ein improvisiertes Duett mit dem Meer getanzt. Was man sich auch erstmal trauen muss.

Von Ronald Meyer-Arlt

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